Bundesrat - Köberl: Lesbische Frauen können ihren Kinderwunsch verwirklichen

Kommerzialisierung von Samen- oder Eizellenspenden gesetzlich ausgeschlossen

Wien (OTS/SK) - "Der heutige Beschluss ist notwendig, um in Österreich ein modernes Fortpflanzungsmedizingesetz zu schaffen, das der gesellschaftlichen Entwicklung entspricht. Es spiegelt den medizinischen Fortschritt wider und gibt den betroffenen Menschen Sicherheit", betonte Johanna Köberl, Gesundheitssprecherin der SPÖ-Bundesratsfraktion, heute, Donnerstag, in der Sitzung des Bundesrats. ****

"Wir haben einen wesentlichen gesellschaftspolitischen Fortschritt erzielt: Die Öffnung der medizinisch unterstützten Fortpflanzung für miteinander in eingetragener Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft lebende Frauen. Die Samenspende ist für alle Methoden der medizinisch unterstützten Fortpflanzung zugelassen. Präimplantationsdiagnostik ist grundsätzlich verboten, allerdings bestehen wichtige Ausnahmeregelungen", hielt Köberl fest.

Ausnahmen gelten, wenn nach drei oder mehr Übertragungen entwicklungsfähiger Zellen keine Schwangerschaft herbeigeführt werden konnte oder es bereits zu Fehl- oder Totgeburten gekommen ist. Auch, wenn aufgrund der genetischen Disposition zumindest eines Elternteils die ernsthafte Gefahr besteht, dass es zu einer Fehl- oder Totgeburt oder zu einer Erbkrankheit des Kindes kommt, ist eine Ausnahme zugelassen. "Durch die Schaffung der Ausnahmen zum Verbot der Präimplantationsdiagnostik soll erstens verhindert werden, dass Frauen immer wieder die Belastung einer Fehlgeburt erleben müssen und teils teure Behandlungen im Ausland machen. Denn hier kann keinerlei Einfluss auf die Qualität genommen werden. Zweitens ist die Belastung einer Fehl- oder Totgeburt für Schwangere wesentlich größer als eine Untersuchung vor der Implantation des Embryos. Durch die Präimplantationsdiagnostik in speziellen Fällen wird unnötiges Leiden verhindert", so Köberl.

"Im Parlament schaffen wir gesetzliche Rahmenbedingungen. Wie diese in der Gesellschaft gelebt werden, entscheiden die Bürgerinnen und Bürger selbst. Ich bin sicher, in diesem Bereich wollen Menschen keine Bevormundung!", hob Köberl die notwendige Wahlfreiheit hervor. (Schluss) sc/ll

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0005