Bundesrat - Bock: Um Abwanderung zu stoppen, müssen wir Menschen im ländlichen Raum ausreichend unterstützen

Breitbandoffensive am Land ermöglicht neue Dienstleistungen

Wien (OTS/SK) - "Ob der ländliche Raum eine Zukunft hat, hängt von vielen Faktoren ab: Zentral ist, dass sich die Menschen wohl fühlen. Dazu gehören die Chance auf gute Ausbildung, ausreichende und qualitativ hochwertige Arbeitsplätze, soziale Absicherung, leistbares Wohnen, das Gefühl der Absicherung auf solider medizinischer Versorgung und uneingeschränkte Mobilität", fasste SPÖ-Bundesrat und Sprecher für den ländlichen Raum, Hans-Peter Bock, anlässlich der Aktuellen Stunde zur "Zukunftsstrategie für den ländlichen Raum" im Bundesrat. ****

"Mehr als 65 Prozent der ÖsterreicherInnen leben in ländlichen Gebieten. Der bäuerlichen Bevölkerung gehören nur noch rund vier Prozent der ÖsterreicherInnen an. Damit ist klar: Mit einer Zukunftsstrategie für den ländlichen Raum ist nicht nur die bäuerliche Bevölkerung gemeint", stellte Bock zu Beginn klar.

Österreich wächst fast ausschließlich in den Städten. Hält dieser Trend an, werden in 20 Jahren mehr als 60 Prozent der Bevölkerung in den Städten und nur noch 40 Prozent im ländlichen Raum leben. Die Lebenssituation beschreibt Bock wie folgt: "In den Städten gibt es ein über 20 Prozent höheres Einkommen, bei Frauen ist dieser Unterschied noch größer. Der AkademikerInnenanteil in den Städten ist fast zehn Mal höher. Kulturelle Angebote im ländlichen Raum sind mit jenen in Städten nicht zu vergleichen. In kleineren Gemeinden sind öffentliche Verkehrsmittel fast nicht vorhanden."

"Was können wir für die Zukunft des ländlichen Raumes tun? Im Koalitionsabkommen der Bundesregierung sind bereits einige Maßnahmen gegen Abwanderung festgehalten. Durch den Breitbandausbau könnten viele Verwaltungsaufgaben, Forschung und Entwicklung sowie Fachhochschullehrgänge auch außerhalb der Zentren erfolgen", erklärte Bock und forderte: "Kleingemeinden sind nicht mehr in der Lage, adäquate Angebote für Kultur, Bildung und Kinderbetreuung zu bieten. Ganztägige Angebote in der Kinderbetreuung sind flächendeckend notwendig. Die vom Bund hierfür bereitgestellten Mittel dürfen nicht nur in den Zentralräumen verwendet werden. Es ist notwendig, berufstätigen Frauen am Land ganztägige Kinderbetreuung zu bieten", sagt Bock. (Schluss) bj/ll/mp

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