"Der Fall Wilhelm Reich": ORF-Premiere am 8. Februar in ORF 2

Klaus Maria Brandauer als Psychiater und Grenzforscher Wilhelm Reich

Wien (OTS) - Wilhelm Reich - Visionär, Aufklärer, Provokateur, Rebell, Scharlatan, Wunderheiler, Sexguru .. viele Bezeichnungen wurden dem österreichisch-amerikanischen Psychiater Wilhelm Reich zu Lebzeiten und nach seinem Tod zuteil. Als Pionier des ganzheitlichen Denkens akzeptierte er weder Dogmen noch Denkverbote und musste zweimal mit ansehen, wie seine Bücher verbrannt wurden: 1933 von den Nazis und 1956 - nach seiner Emigration in die USA - von der US-Gesundheitsbehörde, die ihn auch zwang, seine Orgon-Akkumulatoren zu zerstören. Unter der Regie von Antonin Svoboda, der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, schlüpft Klaus Maria Brandauer in dem vom ORF kofinanzierten Kinofilm "Der Fall Wilhelm Reich" in die Rolle des Psychiaters und Grenzforschers Wilhelm Reich - zu sehen als ORF-Premiere am Sonntag, dem 8. Februar 2015, um 23.05 Uhr in ORF 2. An Brandauers Seite, der zuletzt mit dem ORF-TV-Film "Die Auslöschung" internationale Erfolge feierte, sind weiters Julia Jentsch, Jeanette Hain, Jamie Sives, Kenny Doughty, Birgit Minichmayr, Gary Lewis, David Rasche u. a. zu sehen.

" ..ein Grenzgänger, ein Tausendsassa, ein Querulant .."

Klaus Maria Brandauer über Wilhelm Reich: "Wilhelm Reich war ein Grenzgänger, ein Tausendsassa, ein Querulant, eine faszinierende, widersprüchliche und auch sehr umstrittene Person. Da ist es nicht leicht, einen Weg zu finden, der zu einer kompletten Persönlichkeit führt. Der wichtigste Punkt war für mich, Reich als jemanden zu zeigen, der der Menschheit wirklich und um jeden Preis helfen will, weiter zu kommen! Er meinte das alles sehr ernst, auch seinen Kampf gegen die Atomenergie zum Beispiel. Aber nur seine Biografie zu illustrieren wäre langweilig, man muss ihn als Menschen im Spannungsfeld von Wissenschaft, Politik und Privatheit verstehen. Das ist dann eine sehr reizvolle Aufgabe für einen Schauspieler."

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Noch als Student wurde er 1920 von Sigmund Freud in die Wiener Psychoanalytische Gesellschaft aufgenommen und ein Jahrzehnt später wieder verstoßen. Zu sehr missfielen seinem Lehrmeister seine Theorien über die Funktion des Orgasmus, seine Beschäftigung mit psychosomatischen Denkansätzen und seine temporäre Hinwendung zum Kommunismus. Reich praktizierte als Psychoanalytiker und schrieb wegweisende Bücher wie "Der Einbruch der Sexualmoral" (1932) oder "Die Massenpsychologie des Faschismus" (1933). Seine letzten Lebensjahre waren von der Erforschung der Orgon-Energie geprägt, deren freier Fluss für ihn die wesentliche Voraussetzung physischer und psychischer Gesundheit war. In den düsteren McCarthy-Jahren wurde er mit seinen unorthodoxen Therapiemethoden und seiner fundamentalen Kritik an der Atomforschung zur Zielscheibe der Gesundheitsbehörde. Gegen eine gerichtliche Anordnung setzte Reich seine Arbeit fort. Zu zwei Jahren Haft verurteilt, starb er 1957 unter ungeklärten Umständen in seiner Gefängniszelle. Zehn Jahre nach seinem Tod wurde Wilhelm Reich zu einem der intellektuellen Leitbilder der 68er Generation.

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Nach einer jahrelangen Hetzjagd des McCarthy Regimes steht der Psychiater und Grenzforscher Wilhelm Reich auf der Suche nach einer ursprünglichen Energie des Lebens wegen Betrugs vor Gericht. Sein Traum, das Individuelle im Menschen zu entfesseln, macht ihn zu einem gefährlichen Gegner eines amerikanischen Systems, das nach 1945 mit allen Mitteln die Weltvorherrschaft anstrebt. War es Wahnsinn, an die Freiheit des Menschen zu glauben, oder war Reich nur zur falschen Zeit am falschen Ort und folglich als genauer Beobachter von weitreichenden gesellschaftspolitischen Zusammenhängen eine Gefahr für rigide Machtverhältnisse? Zehn Jahre nach seinem mysteriösen Tod werden seine verbrannten Schriften zu wichtigen Wegbegleitern einer revoltierenden 68er Generation.

Mit Klaus Maria Brandauer (Wilhelm), Julia Jentsch (Eva), Jeanette Hain (Ilse), Jamie Sives (Hamilton), Kenny Doughty (Paul), Birgit Minichmayr (Aurora), Gary Lewis (Dr. Cameron), David Rasche (Hills) u.a. Drehbuch und Regie: Antonin Svoboda.

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