Grüne/Johann: "U-Ausschuss setzt Puzzle um HCB-Skandal zusammen"

Zeugenaussagen bestätigen, dass wesentliche Ergebnisse des Versuchsbetriebs und der Variantenstudie von Wietersdorfer missachtet wurden

Klagenfurt (OTS) - "Wie ein Puzzle setzt sich die Geschichte von der unsachgemäßen Verarbeitung des Blaukalks im Zementwerk Wietersdorf zusammen", nimmt Grün-Landtagsabgeordneter Michael Johann interessante Ergebnisse aus den heutigen Zeugenbefragungen im HCB-Untersuchungsausschuss mit: "Einmal mehr bestätigt sich, dass das Zementwerk beim Einsatz des Kalkschlamms wesentliche Ergebnisse des Versuchsbetriebs und der Variantenstudie missachtet hat."

Betreffend der richtigen Einbringungsstelle für den HCB-kontaminierten Kalkschlamm in den Zementprozess sagte Prof. Friedrich Wurst von der Forschungsgesellschaft Technischer Umweltschutz aus, dass er bei seinem Versuchsbetrieb für die Verwertung der CKW-haltigen Kalkschlämme in der Zementindustrie im Jahr 2006 den Blaukalk von einem Container aus mittels Pumpe und über ein Förderband direkt beim Kalzinator eingebracht habe.

Wurst, der in den vergangenen Jahren von w&p mit den Emissionsmessungen beauftragt war, sei es nicht aufgefallen, dass eine geeignete Einrichtung zur Aufgabe des Kalkschlamms in Wietersdorf im Temperaturbereich 850-1100 Grad nicht vorhanden war. Erst bei den Messungen im September 2014 habe er entdeckt, dass der Blaukalk auf der falschen Seite, nämlich der Rohmühle, aufgegeben worden sei. Wurst meinte, dass ein geschlossenes System für die Kalkschlammaufgabe notwendig sei und schätzte die ungesicherte Lagerung des Kalkschlamms am Werksgelände als nicht adäquat ein.

Wurst bestätigte, dass bereits in der Abfallverbrennungsverordnung sichergestellt sei, dass bestimmte Mindesttemperaturen für den Verbrennungsprozess eingehalten werden müssen. Bezüglich der Aufgabe von Blaukalk mit dem Rohmehl sei zwar ein Projekt zur Trocknung des Kalkschlamms angedacht gewesen, doch hätte dafür eine eigene Anlage gebaut werden müssen, in der die ausgetriebenen chlorierten Kohlenwasserstoffe extrahiert hätten werden müssen. Diese Idee sei nicht weiter verfolgt worden.

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