Weltkrebstag: Denken Sie an die Früherkennungsmammographie!

Wien (OTS) - Das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm, das seit über einem Jahr läuft, bietet Frauen in Österreich erstmals einen einheitlichen Ablauf und hohe Qualitätsstandards bei der Früherkennungsmammographie.

Anlässlich des heutigen Weltkrebstages appelliert die programmverantwortliche Medizinerin Dr. Marianne Bernhart an alle Frauen ab 40 Jahren, an die Früherkennungsmammographie zu denken und sich darüber zu informieren. Dazu soll auch ein neuer Kurzfilm, der in Kürze u.a. auf der Programmwebsite abrufbar sein wird, beitragen.

Im Rahmen des Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms , das seit Jänner 2014 läuft, haben Frauen ab 40 Jahren alle 2 Jahre die Möglichkeit, eine Früherkennungsmammographie durchführen zu lassen. "Ich appeliere an alle Frauen dieser Altersgruppe daran zu denken, sich über die Früherkennungsmammographie zu informieren und zu entscheiden, ob sie am Programm teilnehmen möchten", sagt Dr. Marianne Bernhart, programmverantwortliche Medizinerin. Informationen stehen sowohl online als auch in den Wartezimmern vieler Ärztinnen und Ärzte zur Verfügung. "Unser Ziel ist es, Brustkrebs möglichst früh zu erkennen, um erkrankte Frauen bestmöglich behandeln zu können. Wichtig zu wissen ist aber auch, dass die Teilnahme an einem Brustkrebs-Screeningprogramm auch Risiken mit sich bringen kann", ergänzt Bernhart. Ein Risiko wäre z.B. ein falsch positiver Befund, also ein auffälliger Befund, obwohl keine Krebserkrankung vorliegt.

Neuer Informationsfilm: In Kürze online und in Wartezimmern

Der neue Informationsfilm, der in Kürze verfügbar sein wird, erklärt die wichtigsten Eckpunkte und den Ablauf des Programms . Der von der Koordinierungsstelle produzierte Film wird ab Februar in einer Kurzversion im Wartezimmer-TV in 145 Ordinationen von Gynäkologinnen und Gynäkologen österreichweit zu sehen sein. Die Koordinierungsstelle stellt den Film auch gerne kostenlos allen interessierten Ärztinnen und Ärzten für ihr Wartezimmer-TV zur Verfügung. Die längere Version dauert vier Minuten und wird online auf verschiedenen Websites, u.a. auf www.frueh-erkennen.at und Youtube, zur Verfügung gestellt.

Früherkennungsmammographie für Frauen von 45 bis 69 Jahren

Die e-cards aller Frauen im entsprechenden Alter sind automatisch alle zwei Jahre für die Früherkennungsmammographie freigeschaltet.Den gewünschten Termin kann jede Frau individuell bei einem der teilnehmenden radiologischen Standorte (Liste online auf www.frueh-erkennen.at verfügbar) vereinbaren. Zur Erinnerung an die Untersuchung bekommen die Frauen alle zwei Jahre einen Einladungsbrief.

Früherkennungsmammographie für Frauen von 40 bis 44 und ab 70

Österreich bietet als einziges Land in der EU einer so großen Altersgruppe, nämlich auch allen Frauen zwischen 40 und 44 und über 70 Jahren, die Teilnahme an einem Brustkrebsscreening-Programm an. Ein Anruf bei der Telefon-Serviceline unter 0800 500 181, von Montag bis Freitag, 8:00-18:00 Uhr, oder das Ausfüllen des Anmeldeformulars auf der Website www.frueh-erkennen.at genügt, damit Frauen dieser Altersgruppen am Programm teilnehmen können.

Diagnostische Mammographie unabhängig vom Alter

Das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm richtet sich an gesunde Frauen ab 40 Jahren ohne Anzeichen einer Brustkrebserkrankung und ohne familiär erhöhtes Risiko. Für Frauen mit Beschwerden, Krankheitsverdacht, Frauen, die sich in Behandlung einer Brustkrebserkrankung oder in der Nachsorge befinden bzw. solche mit familiär erhöhtem Brustkrebsrisiko erfolgt die Mammographie weiterhin unabhängig vom Alter auf ärztliche Zuweisung.

Qualitätssicherung und Evaluierung

Das Programm bietet erstmals -im Gegensatz zum bisher üblichen grauen oder opportunistischen Screening- einen strukturierten Ablauf im Rahmen der Früherkennungsmammographie und ist qualitätsgesichert:
Alle beteiligten Berufsgruppen (Radiologinnen und Radiologen bzw. Radiologietechnologinnen und Radiologietechnologen) haben umfangreiche Schulungen absolviert. Die Untersuchungen werden ausschließlich von Radiologinnen und Radiologen durchgeführt, die über ein eigenes Zertifikat für Mammadiagnostik verfügen. Dieses wird nach erfolgreicher Absolvierung spezieller Schulungen und einer Fallsammlungsprüfung verliehen. Weiters dürfen bei den Untersuchungen nur strahlungsarme, digitale Geräte zum Einsatz kommen, die einer laufenden technischen Qualitätssicherung unterliegen.

Ebenfalls neu ist das "Vier-Augen-Prinzip" oder die "Doppelbefundung". Das bedeutet, dass jede Mammographie-Aufnahme unabhängig von einer/einem zweiten Radiologin/Radiologen begutachtet wird. Im Gegensatz zu anderen Screening-Programmen in der EU (etwa Deutschland) ist es in Österreich möglich, bei dichtem Brustgewebe bzw. auffälligem Befund direkt im Anschluss an die Mammographie eine ergänzende Ultraschalluntersuchung durchzuführen.

Das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm bietet einen qualitätsgesicherten, systematischen Ablauf für Frauen in Österreich. Es ersetzt alle Mammographie-Angebote zur Früherkennung von Brustkrebs vor 2014. Frauen im Alter zwischen 45 und 69 Jahren können alle 24 Monate mit ihrer e-card zur Früherkennungsmammographie gehen; eine Einladung oder Zuweisung zur Untersuchung ist nicht notwendig.

Frauen im Alter von 40 bis 44 Jahren bzw. ab 70 Jahren können sich bei der Telefon-Serviceline oder online auf www.frueh-erkennen.at zum Programm anmelden und mit der Einladung und ihrer e-card zur Untersuchung gehen.

Das qualitätsgesicherte Mammographie-Screening gilt derzeit als die verlässlichste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs. Umfassende Qualitätskriterien für die Untersuchung - wie eine standardisierte Doppelbefundung nach dem 4-Augen-Prinzip sowie neueste technische Geräte - und verbindliche Zertifizierungen für die am Früherkennungsprogramm teilnehmenden Radiologinnen und Radiologen sichern die hohe Qualität des Programms. Die Möglichkeit zur diagnostischen Mammographie, die der Abklärung von Beschwerden oder eines Krankheitsverdachts dient, bleibt unverändert.
Das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Sozialversicherung, Ländern und Österreichischer Ärztekammer.

Rückfragen & Kontakt:

Koordinierungsstelle Brustkrebs-Früherkennungsprogramm:

Mag.a Katrin Gastgeb
Wiener Gebietskrankenkasse
Wienerbergstraße 15-19
A- 1100 Wien
Tel.: +43 1 601 22 3877
E-Mail: katrin.gastgeb@wgkk.at

Mag.a Nina Roth
Wiener Gebietskrankenkasse
Wienerbergstraße 15-19
A- 1100 Wien
Tel.: +43 1 601 22 3828
E-Mail: nina.roth@wgkk.at

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