Das kleine 1x23 der Wiener Bezirke: Wieden

Der sechste Teil der inwien.at-Serie über Bezirksstatistiken

Wien (OTS) - Auf der Wieden leben rund 31.452 Menschen. Ein Teil davon meint möglicherweise "in Wieden" zu wohnen, da er nicht in Wien geboren wurde und mit der eigenwilligen Diktion auf welche "Ur-WienerInnen" bestehen noch nicht firm ist. So oder so machen die WiednerInnen rund 1,8 Prozent der Wiener Bevölkerung aus. Dass der Bezirk gerade mal 0,4 Prozent der gesamten Stadtfläche einnimmt, lässt darauf schließen, dass es ein sehr dicht besiedelter Stadtteil ist. Knapp 54 Prozent der Wieden besteht aus Wohnbaugebieten - damit liegt der Vierte auf dem passenden vierten Platz im Bezirksvergleich. Er ist ein typischer innerer Bezirk, mit nur zehn Prozent Grün-, dafür aber über 25 Prozent Verkehrsflächen. Auf letzteren stehen 537 Straßenbäume, 0,6 Prozent des Wiener Straßenbaumbestandes, wovon über 60 Prozent Ahorn und Linde ausmachen. Es gibt 11.820 Meter Radwege -weniger sind es lediglich in der Josefstadt.

Wenig Grün, viel Abwechslung

Trotz des geringen Anteils an Grünflächen gibt es im Vierten immerhin 16 Grün- oder Parkanlagen. Vor allem die Gegend rund um die Karlskirche mit Rosa-Mayreder-Park, Resselpark und Karlsplatz erfreut sich nicht nur bei den WiednerInnen großer Beliebtheit. Wien Museum, Kunsthalle, Popfest, Weihnachtsmarkt oder "Kino unter Sternen", zu fast jeder Jahreszeit ist dort eine Besonderheit zu finden. Die Station Karlsplatz ist U-Bahn-Knotenpunkt der Linien U1, U2 und U4. Im Resselpark, gegenüber dem Haupteingang der Technischen Universität, befinden sich auch zwei der fünf Naturdenkmäler des Bezirks: Zwei Baumhaseln wurden wegen ihrem gleichmäßigen Wuchs und ihrem "stattlichem Aussehen" unter Schutz gestellt. Das Grätzel rund um Margaretenstraße, Schleifmühlgasse und Schikanedergasse ist auch eine gefragte Lokalgegend.

Ein gutes Auskommen im Vierten

Auch sonst lebt es sich im Vierten recht gut - vor allem als Mann. Während Wiednerinnen 2012 über 20.400 Euro Netto-Jahreseinkommen verfügen konnten (immerhin 2.170 Euro über dem durchschnittlichen Einkommen einer Wienerin), waren es bei Wiednern rund 28.700 Euro (5.299 über dem durchschnittlichen Einkommen eines Wieners). In mindestens 49,9 Prozent der Haushalte des Bezirks dürfte sich die Einkommensschere nicht indirekt ausgleichen. Denn: In den 1.476 Wiedner Gebäuden gibt es insgesamt 16.793 bewohnte Wohnungen und 49,3 Prozent dieser Wohnungen werden von nur einer Person bewohnt. In 27,9 Prozent der Wohnungen leben zwei und in 22,8 Prozent drei oder mehr Menschen. 84 Quadratmeter hat eine Wohnung durchschnittlich, damit stehen einer Person 48 Quadratmeter zur Verfügung - in beiden Fällen Platz drei in der Bezirksstatistik. 64,4 Prozent aller Gebäude wurden vor 1919 erbaut.

Das wenig vorhandene Grün machen vielleicht so manche Straßennamen wieder wett. So gibt es eine Grüngasse, die nach Vinzenz Grün benannt wurde, einem Grundbesitzer, der 1850 mit dem Bau von vier Häusern die Gasse eröffnete. Die Apfelgasse wurde 1873 nach dem ehemaligen Gasthaus "Zum roten Apfel" benannt, welches der Gasse weichen musste. Die Mostgasse wurde gegen 1865 nach dem Hausschild "Zur grünen Weintraube" benannt.

Auch die Wieden ist, so wie der erste und dritte Bezirk, ein begehrtes Viertel für ausländische Vertretungen. Rund 28 der 150 Botschaften und Konsulate in Wien haben sich dort angesiedelt. Der Tourismus ist als wirtschaftstreibende Kraft ebenfalls nicht zu verachten. 2.142 Betten stehen in Hotels und Pensionen bereit. Bei 237.355 Gästen im Jahr 2013 würde das rein rechnerisch bedeuten, dass in einem Bett rund 110 verschiedene Personen übernachteten. Insgesamt waren es 599.639 Übernachtungen, so verweilt ein Gast im Schnitt zweieinhalb Tage auf der Wieden.

Bevölkerungsentwicklung

1961 lebten rund 46.000 Personen auf der Wieden. Wie in allen anderen Innenstadtbezirken auch, folgte in den darauffolgenden Jahrzehnten ein Bevölkerungsrückgang. Seit 2001 verzeichnet der Gemeindebezirk wieder leichte Bevölkerungsgewinne, die sich in der nahen Zukunft fortsetzen könnten. Der prognostizierte Bevölkerungszuwachs bis zum Jahr 2034 dürfte aber mit rund acht Prozent deutlich unter dem Wiener Durchschnitt liegen, der etwa 15 Prozent beträgt. Die demographische Entwicklung dürfte weiterhin von Zuwanderungsgewinnen geprägt sein. Für die Wieden tragen zudem geringe Geburtenüberschüsse zum Bevölkerungswachstum bei.

Bezüglich Altersstruktur werden deutliche EinwohnerInnengewinne bei Kindern und Jugendlichen vorausgeschätzt. Für die 15- bis 44-Jährigen sind minimale Einwohnerverluste nicht auszuschließen. Die ältere Bevölkerung wächst stark, wodurch der Altenanteil von 22 Prozent auf 26 Prozent ansteigen dürfte. Der Altenquotient dürfte in den ersten Jahren konstant bleiben und anschließend eine stärkere Dynamik erfahren.

Quelle: MA 23 - Wirtschaft, Arbeit und Statistik / Statistik Austria / wien.at Stadtplan / Wien Geschichte Wiki

Statistisches Jahrbuch 2014

Das Statistische Jahrbuch 2014 der Stadt Wien unter Federführung der MA 23 steht als kostenloser Download zur Verfügung auf www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html.

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