Zinggl zu Gedenkveranstaltungen an das Rohrbombenattentat 1995: Salbungsvolle Worte reichen nicht

Grüne: Wertvolle Arbeit der Sinti- und Romavereine im Hintergrund bleibt weitgehend unbedankt

Wien (OTS) - Bei einem Rohrbombenanschlag im Februar 1995 hat der Fremdenhass vier Roma in Oberwart getötet. Heute, zwanzig Jahre danach, mühen sich Roma und Sinti in ganz Europa immer noch mit offener Diskriminierung ab, mit Ablehnung und Vorurteilen, die ihnen aus der Mehrheitsgesellschaft entgegenschlagen. Der alltägliche Rassismus in Österreich trifft die osteuropäischen Roma und die autochton österreichischen. Zwar gibt es so etwas wie einen politischen Konsens, rassistische Vorurteile zu verurteilen. Geht es aber um effektive Maßnahmen, die soziale Situation der Roma zu verbessern und damit auch die Diskriminierungen zu reduzieren, halten sich die unterstützenden Stimmen in Grenzen.

"Jedes Gedenken an das grauenhafte Bombenattentat muss uns Anlass sein, effektivere Maßnahmen zu ergreifen als bisher. Die zahllosen Aktivitäten der Roma- und Sintivereine werden nicht ausreichend wertgeschätzt", kritisiert Wolfgang Zinggl, Kultursprecher der Grünen. "Diese Vereine leisten tagtäglich erstaunliche Arbeit in der Prävention von Konflikten. Sie vermitteln, klären auf, geben Lernnachhilfe und übernehmen Mediation in den Schulen. Zahllose soziale und bildungspolitische Aufgaben werden ihnen allein aufgebürdet. Dabei arbeiten sie selbst in den meisten Fällen unter prekärsten Bedingungen und müssen jedes Jahr neuerlich um die ohnehin äußerst knappen Fördergelder bangen, wiewohl einige Projekte europaweit als Best-practice-Beispiele gelten. Die Regierung muss endlich konkrete Maßnahmen entwickeln, oder zumindest denen, die solche Maßnahmen vorschlagen, entsprechend unter die Arme greifen, effektive Projekte absichern und neue Aktivitäten zulassen. Das wird immer nötiger", sagt Zinggl.

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