Neues Volksblatt: "Missverständnis?" von Markus EBERT

Ausgabe vom 2. Februar 2015

Linz (OTS) - "Mehr Zielorientierung und konstruktives Verhalten in der gemeinsamen Bildungspolitik" solle Schulministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) erkennen lassen, forderte ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel in einer Aussendung. Um dann noch ein bisschen nachzulegen: Heinisch-Hosek solle "in ihrem Bereich für Ordnung sorgen, die Baustellen bereinigen, ihr Budget in Ordnung bringen und gemeinsam an der bestmöglichen Bildung für unsere Kinder arbeiten". Dass Blümel der Ministerin zum Beginn der Wiener Semesterferien noch schnell ein mehr als unfreundliches Zeugnis ausstellte, hat natürlich seinen Grund in der (warum auch immer gesetzten) Provokation Heinisch-Hoseks, nicht nur ein zweites verpflichtendes und kostenloses Kindergartenjahr zu fordern, sondern vor allem vorgeblich auch zu wissen, wie das bezahlt werden könnte. Dass ausgerechnet die Schulministerin, die ihrerseits in Budgetnöten steckt, der für die Kinderbetreuung zuständigen ÖVP-Ministerin Sophie Karmasin gute Ratschläge erteilt, ist natürlich jenseitig. Statt sich im eigenen Ressort auf die Suche nach Optimierungen zu begeben, schulmeistert Heinisch-Hosek die Regierungskollegin - und beschwört für die Koalition unnötigen Zoff herauf. Aber vielleicht sollte man mit ihr gar nicht allzu hart ins Gericht gehen, schließlich könnte sich am Ende des Tages ja alles wieder -wie bei den Schul-Mindestgrößen - als Missverständnis herausstellen.

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