Korun zu Integrationsdebatte: Regierung soll Fakten und Daten zu behaupteten Problemen auf den Tisch legen

Von Elternsprechtag bis Nicht-Hände-Schütteln wird alles durcheinandergewürfelt

Wien (OTS) - "Die Integrationsdebatte krankt leider an akutem Desinteresse an Zahlen und Fakten. Zudem wird von der Teilnahme am Elternsprechtag bis zu Nicht-Hände-Schütteln mit Lehrerinnen alles in einen Topf geworfen und als Amalgam diskutiert. Die pauschale Unterstellung von 'Unwilligkeit' und der reflexartige Ruf nach Strafen soll davon ablenken, dass SPÖ und ÖVP seit über 40 Jahren schwere Versäumnisse bei Zusammenleben und Chancengleichheit zu verantworten haben", kritisiert Alev Korun, Integrationssprecherin der Grünen.

"Wenn die Regierung ernsthaft an der Lösung von Problemen interessiert ist, sollte sie sich zuerst über das Ausmaß der Probleme ein Bild machen. Der Respekt für Lehrerinnen und Lehrer ist unverhandelbar, aber niemand von jenen, die von 'Unwilligkeit' reden, ist imstande eine Zahl zu nennen, um wie viele Väter es sich denn handelt. Die Regierung soll umgehend Zahlen und Fakten auf den Tisch legen, und dann mit stark ausgebauter Sozialarbeit an den Schulen solche Phänomene, wo sie vorhanden sind, angehen. Im Mittelpunkt muss die Förderung der betroffenen Kinder und Jugendlichen stehen, denn um deren Zukunft geht es", so Korun.

Die Rufe nach Strafe mögen einem Ärgernis mit desinteressierten Eltern entgegenkommen, aber erstens gibt es auch unter deutschsprachigen Eltern ohne Migrationshintergrund solche und zweitens ist zu bezweifeln, ob eine Geldstrafe die Mentalität von jemandem und damit sein Verhalten ändert. Wir müssen also neben einer sachlichen Diskussion auf die Förderung von Kindern und Jugendlichen (auch) aus solchen Familien setzen. Placebovorschläge, die eine Problemlösung vortäuschen, möge sich die Regierung ersparen", so Korun.

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