Der Wirt ist nicht an allem schuld!

Umfrage zum Rauchergesetz unter Wiens Gastronomen!

Wien (OTS) -

  • 61 Prozent der Wiener Kaffeesieder und 56 Prozent der Gastronomen möchten aktuelle Regelung beibehalten
  • Arbeitsplätze und Existenzen gefährdet
  • Unternehmer sein heißt unternehmerische Freiheit

"Was sollen wir eigentlich noch glauben?" fragt Berndt Querfeld, Obmann der Kaffeesieder im Wirtschaftsbund Wien, auf die stürmischen Zeiten in der Gastronomie. "Heute ist die Rechtslage A und morgen ist sie B, und das alles ohne, dass wir nach unserer Meinung gefragt werden", sagt der Cafetier im Rahmen einer PK des Wiener Wirtschaftsbundes am Freitag. "Daher haben wir uns entschieden unsere Mitglieder in der Gastronomie und den Kaffeesiedern zu fragen und das Ergebnis ist eindeutig!"

"Bei der Gastronomie ist das Ergebnis gleich eindeutig wie bei den Kaffeesiedern, 56 Prozent sprechen sich für die Beibehaltung der Regelung, die wir jetzt haben, aus, die Investitionskosten waren ihnen einfach zu hoch", erklärt Peter Dobcak, Gastro-Chef des Wiener Wirtschaftsbundes. "Ein Großteil der Gastronomen erklärt uns, dass sie mit einer neuen Regelung befürchten, erneut hohe Investitionen tätigen zu müssen. Beim letzten Mal waren die Ausgaben für 47 Prozent der Wirte sehr hoch, bei den Kaffeesiedern gar bei 59 Prozent."

55 Prozent haben umgebaut - Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe

Die Umfrage zeigt, dass etwa 55 Prozent der Kaffeesieder und 55 Prozent der Gastronomen im Rahmen der Gesetzesänderung ihre Lokale umgebaut haben. Österreichweit wurden 100 Millionen Euro investiert. "Die Frage, die sich jetzt alle stellen: Selbst wenn wir jetzt wieder umbauen und alles retourniert bekommen: Was kommt danach? Wie lange haben wir Rechtssicherheit? Die Rahmenbedingungen stimmen hinten und vorne nicht", erläutert Dobcak und führt aus "Ruhezeiten, Anzeigenflut, Belästigungsanzeigen, unerlaubte Gastraumerweiterung -alles ungelöste Probleme an die viele Verantwortliche nicht denken!"

"In Wahrheit kann in Wien die Antwort leicht gefunden werden und sie lautet Schanigartenliberalisierung! Sie könnte so schnell gehen und wäre ein Schritt auf die Gastronomie zu", erklärt Querfeld und appelliert an die Stadtregierung "Wenn von der Politik einmal Bereitschaft gezeigt würde, wirklich was für die Gastronomie zu tun, wäre auch das Vertrauen in die Umsetzungsstärke größer. Es könnte so einfach sein!" Die Zahlen unterstützen seine These: 114 von gut 200 Kaffeesiedern und damit die klare Mehrheit sprechen sich dafür aus.

Wirte und Kaffeesieder glauben: Auswirkungen wären fatal

In der Umfrage kommt klar heraus, die Wirte fürchten um ihre Existenz. Bei den Kaffeesiedern glauben 35 Prozent, dass ihre Existenz bedroht wäre, 32 Prozent gehen davon aus, dass sie Mitarbeiter kündigen müssten wenn ein generelles Rauchverbot kommen würde. "Natürlich ist diese Frage eine Existenzfrage. Viele wissen nicht was kommt", erläutert Querfeld.

"Die Unternehmerinnen und Unternehmer wollen sich nicht bevorzugen lassen, dass zeigt die Studie ganz klar", erklärt Dobcak und verweist auf die Zahlen "Sowohl in der Gastronomie als auch bei den Kaffeesiedern wurden die neuen Regelungen als Bevormundung angeprangert. Die Unternehmer wollen Unternehmer sein, um freie Entscheidungen zu treffen!"

"Wien ist nicht der Aschenbecher Europas! Das hat Gastronomie Obmann Hinterleitner klargestellt. Egal ob Portugal, Schweiz, Tschechien oder sogar in Deutschland, überall gibt es Ausnahmen! Finden wir gemeinsam eine faire Lösung", erklärt Querfeld.

Im Moment ist an allem der Wirt schuld!

"Überhaupt könnte man im vergangenen Jahr meinen, der Wirt ist an allem schuld was passiert: Egal ob Allergien, Rauchen, Glücksspiel, Betriebsanlagengenehmigungen-Bürokratie durch die Stadt. Auf dem Rücken der Gastronomen lässt es sich gut leben", erklärt Dobcak und meint "aber nur an der Stadt kann es nicht liegen, da braucht es auch auf der Sozialpartnerseite jemanden der da Klein bei gibt. Ich hoffe ich kann das nach der Wahl ändern."

Berndt Querfeld wünscht sich für seine Fachgruppe und die ganze Gastronomie jedoch vor allem eines: "Klare Regeln, keine Spielereien, Rechtssicherheit und finanzielle Unterstützung", und er führt weiter aus "dieses Achterbahn fahren tut uns nicht gut und irgendwann bleibt die Achterbahn Gastronomie stehen!"

Dobcak schließt nur kurz mit einer Bitte an die Verantwortlichen:
"Wir möchten doch nur das machen, was wir am besten können: gute Gastgeber sein!"

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