Kaske: "Ausbildung bis 18" muss Recht auf Ausbildung werden

In der Wirtschaft sind ausreichend Lehrstellen, in den Schulen ausreichend Plätze nötig - SchulabbrecherInnen müssen weiter betreut werden

Wien (OTS/AK) - Der Plan der Bundesregierung, wonach alle Jugendlichen "Ausbildung bis 18" machen sollen, muss als Recht auf Ausbildung umgesetzt werden. Das verlangte AK Präsident Rudi Kaske heute in Wien auf der Auftaktveranstaltung des Sozialministeriums zum Thema. Die Wirtschaft müsse ausreichend Lehrstellen bieten, in den Schulen müsse für ausreichend Plätze gesorgt werden. Für Jugendliche, die weder in Ausbildung noch in Beschäftigung sind, seien spezielle Angebote nötig. Nicht zuletzt müssten die Schulen sich darum bemühen, dass SchulabbrecherInnen weiter betreut werden. Und, so Kaske, das bedeute, dass zusätzlich budgetäre Mittel eingesetzt werden müssen. Dafür sei der Finanzminister zuständig.

Fast die Hälfte der beim Arbeitsmarktservice vorgemerkten Arbeitslosen hat lediglich einen Pflichtschulabschluss, erinnerte Kaske. Die "Ausbildung bis 18" könne "ein wichtiger Hebel" sein, um die Chancen aller jungen Leute auf gute Arbeit zu verbessern. Dafür müssten "alle Akteurinnen und Akteure ihre Verantwortung übernehmen. Das sind vor allem die Schulen und die Betriebe, ergänzend auch die Arbeitsmarktpolitik."

Ein Schlüssel sei gute Berufsorientierung in den Schulen, sagte Kaske. Sie ist zwar in den Neuen Mittelschulen ein eigenes Pflichtfach, aber nicht im Gymnasium. Der zweite Schlüssel sei ein ausreichendes Lehrstellenangebot. Derzeit wird die Hälfte der beim Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Lehrstellen in nur drei Bereichen geboten - im Handel, im Tourismus und bei FrisörInnen. Kaske fordert ein breiter gefächertes Angebot. Überdies sei ein Qualitätssicherungssystem in der Lehrausbildung nötig, damit weniger Jugendliche eine Lehre abbrechen (derzeit 16 Prozent) und weniger Lehrlinge nicht bei der Lehrabschlussprüfung antreten oder beim ersten Antritt durchfallen (derzeit 25 Prozent).

Überdies müssen alle Jugendlichen, die in Gefahr sind, aus dem Ausbildungssystem herauszufallen, betreut werden. Kaske fordert an den Schulen Maßnahmen, um dem Bildungsabbruch vorzubeugen - von Früherkennung bis hin zum Jugendcoaching. Und wenn Jugendliche trotzdem eine Ausbildung abbrechen, soll dafür gesorgt werden, dass sie ein Anschlussangebot für weitere Ausbildung bekommen. Das gelte übrigens auch für Lehrbetriebe, deren Lehrlinge die Ausbildung abbrechen.

Schließlich sei die spezielle Lage zu berücksichtigen, in der sich Jugendliche ohne Ausbildung befinden können: Sie können in Warteposition auf einen Ausbildungsplatz sein, in ländlichen Regionen keinen Ausbildungsplatz in der Nähe finden oder psychisch erkrankt sein. Für sie müssen besondere Angebote entwickelt werden, ebenso für jene Jugendlichen, die weder in Ausbildung noch in Beschäftigung sind.

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