Hakel: "Ö3 sendet immer noch viel zu wenige österreichische Produktionen"

SPÖ-Kultursprecherin erinnert an Vereinbarungen in der Musikcharta

Wien (OTS/SK) - Der gestern veröffentlichte Radiotest für das zweite Halbjahr 2014 hat die starke Stellung der ORF-Radiosender bestätigt. Als erfolgreichster Sender mit einer Tagesreichweite von 36,4 Prozent hat sich Ö3 weiter etabliert. Dazu sagte SPÖ-Kultursprecherin Elisabeth Hakel heute, Freitag: "Mehr als jede dritte Österreicherin und jeder dritte Österreicher hört Ö3. Ich freue mich über den Erfolg des ORF, aber damit kommt dem Radiosender eine besondere Verantwortung zu, was die Berücksichtigung künstlerischer und kreativer Produktionen aus Österreich betrifft. Leider kommt Ö3 dieser Verantwortung immer noch nicht in entsprechendem Ausmaß nach", kritisiert Hakel gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Die SPÖ-Kultursprecherin erinnerte an die bereits 2008 zwischen dem ORF und den Musikschaffenden abgeschlossene und von Generaldirektor Wrabetz unterzeichnete Musikcharta, wonach österreichische Produktionen angemessen zu berücksichtigen sind. Konkret war eine Anhebung der ÖsterreicherInnen-Quote um zwei Prozentpunkte pro Jahr vorgesehen. Mit Ende 2014 ist die Charta ausgelaufen. "Zwar ist der Anteil an österreichischen Produktionen im Jahr 2014 gegenüber dem Jahr 2013 gestiegen und beträgt nun etwa elf Prozent. Damit sind wir aber immer noch von den vereinbarten 15 Prozent entfernt", so Hakel.

Trotz vieler Gespräche in den letzten Jahrzehnten zwischen dem ORF und den Musikschaffenden agiere der ORF nach wie vor zäh. "Leider hat der ORF immer noch nicht verstanden, dass mehr österreichische Musik in Ö3 eine Win-Win-Situation darstellt. Sie nützt den Künstlerinnen und Künstlern und sie nutzt dem ORF. Nur so kann er ein unverwechselbares Profil entwickeln. Nachdem die Musikcharta ausgelaufen ist, erwarte ich mir sichtbare Aktionen von Seiten des ORF - eine weitere Anhebung der Quote, Gespräche auf höchster Ebene und ein sichtbares Engagement für die österreichische Musik. Sollte hier nicht endlich ein nachhaltiges Umdenken einsetzen, so müssen wir im Parlament die Diskussionen zur gesetzlichen Verankerung der Quote wieder aufnehmen", so Hakel. (Schluss) bj/ms

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