Nocker-Schwarzenbacher: Tourismus-Bilanz 2014 auf hohem Niveau

"Situation, angesichts der schwierigen Wirtschaftslage, herausfordernd - Tourismus braucht Planungssicherheit und bessere Stimmung"

Wien (OTS/PWK061) - Wie die Statistik Austria heute, Mittwoch, mitteilte, schließt das Gesamtjahr Jänner bis Dezember 2014 bei den Nächtigungen insgesamt mit einem leichten Minus von 0,6 Prozent (13,86 Mio. Nächtigungen) im Vergleich zur Rekordsaison des Vorjahres (132,63 Mio.) ab. Sowohl inländische (-0,3 Prozent auf 35,65 Mio.) also auch ausländische Gästenächtigungen (-0,7 Prozent auf 96,21 Mio.) waren rückläufig. "Die Situation ist keinesfalls dramatisch, aber doch herausfordernd", kommentiert die Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, Petra Nocker-Schwarzenbacher das Ergebnis, denn rückläufige Zahlen bedeuten auch rückläufige Umsätze und Erträge. Allerdings spiele sich der leichte Nächtigungsrückgang -bei genauerer Betrachtung - bei den gewerblichen Beherbergungsbetrieben in einem überschaubaren Bereich von 0,2 Prozent ab.

Erfreut zeigt sich Nocker-Schwarzenbacher angesichts der November/Dezember-Zahlen. Hier konnte mit 15,13 Mio. Nächtigungen (plus 1,1 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode) das beste Ergebnis seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen verzeichnet werden. "Dies verdanken wir vor allem unseren ausländischen Gästen, die mit einem Plus von 1,7 Prozent auf 10,93 Mio. angestiegen sind", analysiert Nocker-Schwarzenbacher.

Um das von der Bundesregierung gesteckte Ziel von 140 Millionen Nächtigungen bis 2018 zu erreichen, so die WKÖ-Tourismus-Sprecherin, seien daher noch verstärkte Initiativen notwendig. Positiv in diesem Zusammenhang bewertet die Tourismusobfrau die Initiative zur Förderpolitik des Wirtschaftsministeriums. Durch das Finanzierungspaket von Tourismusminister Reinhold Mitterlehner, welches in Kooperation mit der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) und der Europäischen Investitionsbank (EIB) erfolgt, können heimische Tourismusbetriebe zusätzlich 250 Millionen Euro an besonders zinsgünstigen Kreditmitteln abrufen. "Zinsgünstige Kredite für die heimische Tourismuswirtschaft sind Basis für unsere Investitionen und gerade in der jetzigen Zeit unverzichtbar", so Nocker-Schwarzenbacher.

Positive Aussichten für den Februar und die Semesterferien

Durchaus positiv sieht Nocker-Schwarzenbacher abschließend den Ausblick in die nahe touristische Zukunft, wobei die Hoffnungen im Februar - dem wichtigsten Wintermonat - liegen: "Der Schneefall ist die beste Werbung für uns", zeigt sich die Tourismus-Obfrau überzeugt, dass die momentane winterliche Stimmung noch kurzfristige Buchungen für die Ferien auslöst. "Der Februar ist bis dato gut gebucht, ebenso wie der März, und wir rechnen damit, dass sich auch durch die frühen Osterferien und den genau zum richtigen Zeitpunkt verstärkt einsetzenden Schneefall, noch einige Skifahrer motivieren lassen", so Nocker-Schwarzenbacher.

Tourismus bleibt Exportmotor und verlässlicher Arbeitgeber

Ganz klar habe sich der Tourismus auch im vergangenen Jahr - trotz schwierigen wirtschaftlichen Umfelds - wieder als stabiler und verlässlicher Exportmotor und Arbeitgeber in den Regionen bestätigt, so Nocker-Schwarzenbacher. Die Exportquote im Tourismus, also der Anteil der ausländischen Nächtigungen an den Gesamtnächtigungen, betrug im vergangenen Jahr 72,96 Prozent. Angesichts der damit verbundenen Einnahmen aus dem Reiseverkehr wird der Tourismus auch 2014 einen Überschuss von voraussichtlich 6 bis 7 Mrd. Euro in die österreichische Leistungsbilanz einzahlen. Dem Rückgang der gewerblichen Nächtigungen von 0,2 Prozent steht ein Plus von durchschnittlich 1.838 Beschäftigten bzw. rd. 1 Prozent im Beherbergungs- und Gaststättenwesen - ohne geringfügig Beschäftigte -gegenüber. Wird die Beherbergung allein betrachtet, gibt es noch ein Plus von rd. 0,5 Prozent oder 350 Beschäftigten.

Bessere Planungssicherheit und bessere Stimmung

Kern dieser Erfolge, so Nocker-Schwarzenbacher, sind die rund 90.000 Betriebe, denn ohne diese gäbe es kein Angebot. "Was unsere Betriebe unbedingt brauchen und auch verdient haben, ist bessere Planungssicherheit und bessere Stimmung", spricht sich die WKÖ-Tourismus-Obfrau u.a. für einen dringend notwendigen Bürokratieabbau aus. "Unsere Betriebe werden laufend mit neuen Auflagen - wie etwa der Allergenkennzeichnung - konfrontiert, zudem wird im Rahmen der Steuerdebatten immer wieder über Erhöhungen für die Branchen Tourismus, Freizeitwirtschaft und Gesundheitsbetriebe gesprochen und last but not least sehen wir uns mit der ständig wiederkehrenden Debatte über das Tabakgesetz konfrontiert, wo erst kürzlich getätigte Investitionen wieder in Frage gestellt werden. All dies sind keine Maßnahmen, um Planungssicherheit und Investitionsbereitschaft unserer Mitglieder zu fördern."

Die Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich ist die solidarische Interessenvertretung für über 90.000 Tourismusbetriebe aus den Branchen Gastronomie, Hotellerie, Freizeit-und Sport, Reisebüros, Kinos, Kultur- und Vergnügungsbetriebe sowie Gesundheitsbetriebe. 600.000 Arbeitsplätze (jeder 5. Vollzeitarbeitsplatz) hängen direkt oder indirekt von Tourismus und Freizeitwirtschaft ab (WIFO). (ES)

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