Normen und Standards: Unsichtbare Begleiter auf der Skipiste sorgen für mehr Sicherheit beim Wintersport

Wien (OTS) - Die Semesterferien stehen vor der Türe. Zur Freude der Urlauber und der österreichischen Tourismus-Branche prognostizieren die Meteorologen jede Menge Neuschnee. Viel Neuschnee bedeutet aber auch erhöhte Lawinengefahr und verschärfte Anforderungen an das Können der Wintersportler. Tiefschnee und schlechte Sicht erhöhen das Sicherheitsrisiko. Damit beste Bedingungen für ungetrübtes Schneevergnügen gewährleistet sind, kommen Dienste und Einrichtungen zum Einsatz bzw. sind Maßnahmen für den Notfall geplant, bei denen Normen eine wichtige Rolle spielen. Egal ob beim Lawinenschutz, der Skiausrüstung oder der Kennzeichnung und Absicherung von Pisten -Normen und Standards sorgen für Komfort und vor allem für Schutz der Winterurlauber.

Austrian Standards gibt einen kompakten Überblick über die wichtigsten Normen, die einem im Laufe eines Skitages begegnen:

1. Sichere Abfahrt und Lawinenschutz

Für eine sichere Abfahrt sorgt die ÖNORM S 4611: Orientierungshilfen am Pistenrand helfen bei der richtigen Wahl des Schwierigkeitsgrades. Die ÖNORM regelt die Einteilung von Skipisten in verschiedene Schwierigkeitsgrade von Blau bis Schwarz und stellt sicher, dass die grafischen Symbole auf den Hinweis- und Warntafeln sprachungebunden sind. Sie regelt auch die einheitliche Gestaltung der rot fluoreszierenden, mehrsprachigen Lawinenwarntafeln. "Das heißt, die ÖNORM leistet einen wichtigen Beitrag zur Verringerung von Unfallgefahren", so Karl Grün, Director Development Austrian Standards. Auch für den technischen Lawinenschutz gibt es eine Reihe von Richtlinien, die in der ONR-Serie 24800 (Schutz vor Naturgefahren) festgeschrieben sind.

2. Pistenpflege und Kunstschnee

Damit der Wintersport auch wetterunabhängig Spaß bereitet, finden sich in Österreich rund 20.000 Beschneiungsgeräte, die Pisten mit Kunstschnee versorgen. "Entscheidend für die Qualität und Haltbarkeit des Schnees ist unter anderem die Beschaffenheit des Wassers", erklärt Grün, "denn wie universitäre Studien gezeigt haben, bietet Kunstschnee optimalen Nährboden für lebende Mikroorganis-men". Damit die Schneekanonen also unbedenklich für Umwelt, Mensch und Tier sind, erörtert die ÖNORM M 6257 die hygienisch mikrobiologischen, physikalischen und chemischen Anforderungen.

Für die Skipistenpflege sorgt indirekt die ÖNORM EN 15059, die Anforderungen an Pistenpflegegeräte definiert. "Wichtig ist die Warneinrichtung, die beim Verlassen des Fahrerhauses ertönt, wenn die Feststellbremse nicht eingelegt ist, um nur ein Beispiel zu nennen. Die Pflege der Pisten ist eine Aufgabe, die nicht nur im Winter durchgeführt wird - die gleichen Geräte sind auch im Sommer bei Hitze im Einsatz", erläutert Grün.

3. Risikofaktor Ausrüstung

Risikofaktoren für einen Unfall beim Skisport sind Skikönnen, Sportart, Ausrüstung und Umweltbedingun-gen. Normen können keinen Unfall verhindern, tragen aber dazu bei das Verletzungsrisiko zu minimieren. Beim Ski an sich sind mehr als fünf ÖNORMEN im Einsatz die beispielsweise die elastischen Eigenschaften, Deformations- und Bruchlast, Biegeschwung, Kantengriff und Spurstabilität untersuchen und berücksichtigen. Ein weiteres Kriterium für eine sichere Fahrt ist die Skibindung: Hier sorgen die ÖNORM ISO 8061, ÖNORM ISO 8364, ÖNORM ISO 9462, ÖNORM ISO 9465 und ÖNORM ISO 11087 für eine sichere Bindung. Die Bindung wird zur Gefahrenquelle, wenn sie bei einem Sturz nicht oder zu früh löst. Grün empfiehlt nach 15 bis 20 Skitagen eine Überprüfung der Bindungseinstellungen, unbedingt aber vor jeder Saison. Die Überprüfung sollte am besten beim Sportfachhändler erfolgen, dessen Prüfgeräte wiederum nach ÖNORM ISO 11088 und ÖNORM ISO 11110 zertifiziert sind - damit die Skibindung auch wirklich richtig eingestellt ist.

Damit die Ausrüstung komplett ist, fehlen noch Skistock, Skischuhe und Helm. Beim Skistock sorgt die ÖNORM ISO 7331 dafür, dass, egal bei welchem Modell - mit oder ohne Schlaufen - der Sportler nicht daran hängenbleibt. Ebenso sollte die Spitze eisgriffig sein, damit der Skistock seine Funktion als Stütze und Drehhilfe bei jedem Wetter erfüllen kann. Um den Belastungsansprüchen gerecht zu werden, muss der Skistock eine Druckprüfung bestehen, bei der er maximal knicken, jedoch nicht in zwei Teile zerbrechen darf. Die Skischuhe müssen ebenfalls besondere Bedingungen erfüllen: sie sollen fest und zugleich bequem am Fuß sitzen. Die ÖNORM ISO 5355 regelt die internationalen Anforderungen, die Prüfung und die Kennzeichnung von Skischuhen. "Diese Norm ist besonders wichtig, da die Sohle unabhängig vom Bindungssystem und deren einwandfreier Auslösefunktion für Sicherheit garantiert", so Grün. Skifahrer mit Hirn setzen bereits auf Helm: die ÖNORM EN 1077 zeigt auf, welche Faktoren erfüllt sein müssen, um den Kopf alpiner Skiläufer und Snowboarder zu schützen. Weitere beliebte Wintersportarten in Österreich wie Langlaufen, Snowboarden und Eislaufen erfüllen ebenfalls Sicherheitsanforderungen, die auf einer ÖNORM beruhen. Ebenso gelten für die kleinen "Helferleins" - von Sonnencreme bis Ski- oder Snowboardbrille - teilweise sogar internationale Standards, um optimalen Schutz zu bieten.

Über Austrian Standards:

Standards sind Normen und Regelwerke. Sie dienen dem Wohl und der Sicherheit aller, machen das Leben einfacher und sorgen dafür, dass eins verlässlich zum anderen passt. Standards stehen für Qualität und damit für Vertrauen in Produkte und Leistungen. Austrian Standards stellt seit 1920 als unabhängige und neutrale Plattform einen transparenten Normungsprozess in Österreich sicher. Das Institut ermöglicht allen, Normen mitzugestalten und macht Standards als sinnvolles, international anerkanntes Fachwissen leicht zugänglich und anwendbar.

Austrian Standards beschäftigt derzeit 121 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Standards sorgen in Österreich für ein Mehr an innovativer Wirtschaftsleistung in Höhe von rund 2,5 Mrd. Euro pro Jahr.

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