Wiener Landtag gedenkt der Befreiung des KZ Auschwitz vor 70 Jahren

Wien (OTS) - Am 27. Jänner 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee in den drei Komplexen des KZ Auschwitz knapp 8.000 überlebende Gefangene. Landtagspräsident Prof. Harry Kopietz leitete die heutige Landtagssitzung ein mit einer Erinnerung an die Befreiung des KZ Auschwitz und einem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.

Kopietz mahnte, dass Auschwitz wie kein anderes Lager für die Verbrechen des NS-Regimes stehe und als "Todesfabrik" Symbol für den Mord an den europäischen Juden wurde. Es mahnt an einen "Zivilisationsbruch", der die Entfesselung totaler Gewalt in jeder zivilisierten und aufgeklärten Gesellschaft möglich gemacht hat.

Der Landtagspräsident erinnerte an die Mitglieder des Wiener Landtages und Gemeinderates sowie des Bundesrates, die von den Schergen des NS-Regimes ermordet wurden oder ums Leben kamen. Eine Gedenktafel beim Eingang zum Sitzungssaal des Wiener Landtages erinnert an die Opfer.

Die SS-Institutionen errichteten auch in Wien zahlreiche Arbeitslager - Nebenlager des KZ Mauthausen. Die sogenannten "Arbeitslager der Waffen-SS" wurden in Simmering, Hietzing und Floridsdorf errichtet. Sammellager für jüdische Bürger entstanden in der Leopoldstadt, ab 1944 entstanden zusätzlich etwa 50 Lager für ungarische Juden.

"Eine der erschütternden Lehren von Auschwitz ist: Moral und Werte sind nicht absolut, die Würde des Menschen ist antastbar. Die beste Versicherung gegen Totalitarismus, Faschismus und Nationalsozialismus ist und bleibt die lebendige Erinnerung an die Geschichte und die aktive Auseinandersetzung mit ihr", sagte Landtagspräsident Kopietz. Wir hätten die Verpflichtung wachsam zu bleiben und autoritären Tendenzen entgegen zu treten. Gerade in Zeiten der Krise erhöhe sich die Gefahr, dass Ressentiments gegen Minderheiten, Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus auf fruchtbaren Boden fielen. "Mehr als erschreckend ist, dass 70 Jahre nach dem Ende des Holocaust die Judenfeindlichkeit wieder wächst und Juden in Europa erneut in Angst leben", sagte Kopietz.
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