Das kleine 1x23 der Wiener Bezirke: Favoriten

Teil vier der inwien.at-Serie über Bezirksstatistiken

Wien (OTS) - Der sechstgrößte Wiener Gemeindebezirk besteht nicht nur knapp zur Hälfte aus Grünflächen, er ist auch der bevölkerungsreichste Stadtteil Wiens. Auf 31,82 Quadratkilometern (7,7 Prozent des Stadtgebietes) leben 186.450 Menschen, das sind mehr als zehn Prozent der Wiener Gesamtbevölkerung. Zu Zeiten eines Derbys dürften es noch mehr Menschen sein, denn mit der Generali Arena, dem ehemaligen Franz-Horr-Stadion, befindet sich auch das Heimstadion des Bundesligisten FK Austria Wien in Favoriten.

Rund um den neuen Hauptbahnhof, der Ende des vergangenen Jahres in Vollbetrieb gegangen ist, ist ein neues Stadtviertel im Entstehen. Aber schon jetzt sind der Bevölkerungsanzahl entsprechend mit Abstand die meisten bewohnten Wohnungen im 10. Bezirk zu zählen. In den 88.960 Wohnungen leben 2,09 Personen pro Wohnung. Genauer betrachtet werden 43,6 Prozent der Wohnungen von einer, 28,9 Prozent von zwei und 27,5 Prozent drei oder mehr Personen bewohnt. Auf eine Person kommen aufgerechnet etwa 31 Quadratmeter Wohnraum, damit bildet der Zehnte zusammen mit der Brigittenau das Schlusslicht im Bezirksvergleich. Favoriten ist zwar der meist bewohnte Bezirk aber mit 6.108 werden nur die drittmeisten Hunde in den 16 Hundezonen ausgeführt.

Meist besiedelt und doch grün

Dafür steht den BezirksbewohnerInnen viel Platz für Outdoor-Aktivitäten zur Verfügung. Der Grünflächenanteil von 1.454,6 Hektar entspricht etwa fünf Mal der Größe der gesamten Inneren Stadt. Davon sind 94,8 Hektar als Sport- und Freizeitflächen ausgewiesen, nur Leopold- und Donaustadt haben hier flächenmäßig mehr zu bieten. Für Kinder und Jugendliche wurden 83 Spielplätze mit 28 Ballspielplätzen errichtet. In keinem anderen Bezirk gibt es mehr.

Der Böhmische Prater, ausgedehnte Parkanlagen und naturnahe Erholungsflächen am Laaer Berg und Wienerberg laden zu den unterschiedlichsten Freizeitbeschäftigungen. Auf der Kuppe des Wienerberges findet sich der Wasserturm Favoriten. Das von weitem sichtbare Wahrzeichen im Stil des industriellen Historismus wurde 1873 errichtet und versorgte ursprünglich die hoch gelegenen Gebiete des 10. und 12. Bezirks mit Trinkwasser. Städtische Parkanlagen nehmen rund 145,4 Hektar des Bezirkes ein. In ihnen finden Ruhesuchende 2.626 Parkbänke welchen 24.458 Bäume Schatten spenden. Zahlenmäßig in beiden Fällen wienweit ungeschlagen. 919,9 Hektar werden übrigens für Landwirtschaft genutzt. Mit 26,3 Hektar liegen 3,7 Prozent der Wiener Rebflächen im Zehnten. Erholung finden die FavoritnerInnen auch im Kurpark Oberlaa mit dem Kurzentrum Therme Wien oder dem Amalienbad. Drei Zweigstellen der Büchereien Wien sorgen für dazugehörigen Lesegenuss.

Viel Platz für den Fußverkehr

Zusammen mit der FußgängerInnenzone in der Favoritnerstraße rangiert der "zehnte Hieb" mit 45.792 Quadratmetern baulich gestalteter FußgängerInnenzone im Bezirksvergleich auf Platz zwei hinter der Inneren Stadt. 86.650 Meter für Radwege reihen den Zehnten auf Platz drei ein. 17,9 Prozent des Bezirks, das entspricht etwa zwei Mal der Inneren Stadt, nehmen Verkehrsflächen ein. Obwohl nur in Donaustadt mehr als 64.077 Autos gemeldet sind, bedeutet diese Anzahl, dass eine Person in Favoriten 0,34 Autos besitzt, das ist etwas niedriger als der Wiener Mittelwert von 0,39 Autos.

Mit einem Durchschnittsalter 39,8 Jahren gehören die FavoritnerInnen zu den jüngeren WienerInnen, die im Mittel 40,5 Jahre alt sind. Ihr Einkommen lag im Jahr 2012 bei 18.184 Euro und gleicht 87 Prozent eines durchschnittlichen Wiener Jahresverdienstes. Die AkademikerInnenquote liegt unter zehn Prozent und fällt damit niedrig aus.

Favoriten wächst...

In Favoriten nahm die Bevölkerung seit den 1960er-Jahren deutlich zu. Da im Bezirksgebiet genügend Flächen für Neubaugebiete vorhanden waren, ist die Einwohnerzahl zwischen 1961 und 2011 um insgesamt 32 Prozent gestiegen. In den nächsten fünf Jahren wird voraussichtlich die Marke von 200.000 EinwohnerInnen überschritten sein und bis 2034 könnten rund 225.000 Menschen hier wohnen. Es werden konstant über Jahre hinweg mehr Geburten als Sterbefälle prognostiziert. Die Zuwanderung könnte kumuliert bis zu zehn Prozent des EinwohnerInnenstandes ausmachen. Die Neubautätigkeit in einigen Zählbezirken trägt insgesamt stark zum Bevölkerungswachstum bei.

Bedingt durch die Migration sowie durch den Bezug neuer Wohnungen werden für alle Altersgruppen Anstiege prognostiziert. Die Prognoseergebnisse signalisieren für die Zukunft Bevölkerungsgewinne für beide Bevölkerungsgruppen (Geburtsland Österreich/Geburtsland Ausland). Die Zahl der in Österreich Geborenen könnte sich bis 2034 um bis zu 18 Prozent erhöhen, ein Plus von etwa 30.000 Personen. Die Zahl der im Ausland geborenen Bevölkerung erhöht sich ebenfalls signifikant (+19.000). Entsprechend der prognostizierten Entwicklung dürfte der "foreign-born"-Anteil nur geringfügig auf 39 Prozent ansteigen.

Quelle: MA 23 - Wirtschaft, Arbeit und Statistik / Statistik Austria

Statistisches Jahrbuch 2014

Das Statistische Jahrbuch 2014 der Stadt Wien unter Federführung der MA 23 steht als kostenloser Download zur Verfügung auf www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html.

Als Publikation (32,70 Euro, ISSN 0259-6083) erhältlich ist es bei der Magistratsabteilung 23: 2., Meiereistraße 7, Sektor B; Montag bis Freitag jeweils 8.00 bis 14.30 Uhr; Telefon 01/4000-83059, Bestellung per E-Mail an post@ma23.wien.gv.at.

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