„Rich Tax Day“ am 26. Jänner verdeutlicht Schieflage: Vermögenssteuern wären für die Reichen ein Klacks

Linz (OTS) - Bereits am 26. Jänner wäre in Österreich der Tag erreicht, an dem allein der Vermögenszuwachs der reichsten zehn Prozent seit Jahresbeginn mit zwei Milliarden Euro so hoch wäre, wie die gesamten von AK und ÖGB geforderten Jahreseinnahmen aus neuen Vermögenssteuern. Ab diesem Tag würde der weitere Wertanstieg ihres Reichtums in Höhe von geschätzten 27 Milliarden Euro wieder zur Gänze in ihren Taschen bleiben. Die AK OÖ hat den 26. Jänner 2015 daher zum "Rich Tax Day" (Reichensteuertag) erklärt. "Ein gerechter Steuerbeitrag der Reichsten wäre für diese also ein Klacks und würde nur den weit überdurchschnittlichen Zuwachs ihres Vermögens etwas bremsen", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Auch die dramatischen Zahlen, die die entwicklungspolitische Organisation Oxfam jüngst veröffentlicht hat, belegen einmal mehr eindrücklich, dass die extreme Reichtumskonzentration den sozialen Zusammenhalt und letztendlich die Demokratie gefährdet. Ein weiterer Beleg für die steigende Verteilungsungleichheit sind die Ergebnisse des jüngst veröffentlichten Sozialberichts. Trotzdem bekämpfen die Reichen und ihre politischen Vertreter/-innen in Österreich und darüberhinaus mit aller Macht auch nur moderat höhere Beiträge zum Gemeinwohl in Form von Vermögenssteuern, wie sie AK und ÖGB fordern.

"Eine Millionärssteuer träfe nur jene, die es sich auch wirklich leisten können. Wenn konservative Kräfte behaupten, wir wollen Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen oder Betriebsvermögen höher besteuern, dann ist das blanker Unsinn. Diese Irreführung soll nur die Bevölkerung verunsichern, um die Reichsten steuerlich zu schonen", sagt der AK-Präsident. Besteuert sollen nur Privatvermögen von netto (d.h. abzüglich offener Kredite) über einer Million Euro (Freibetrag) werden.

Die Berechnung des "Rich Tax Days" 2015 mit 26. Jänner beruht auf dem "Reichtumsticker", der auf der Homepage der Arbeiterkammer Oberösterreich seit vergangenem Jahr läuft (www.ooe.arbeiterkammer.at/reichtumsticker). Er verdeutlicht, wie ungleich sich die Vermögen der Österreicher/-innen entwickeln. Das reichste Zehntel der Haushalte besitzt über zwei Drittel des gesamten österreichischen Privatvermögens und damit mehr als doppelt so viel wie die restlichen 90 Prozent der Bevölkerung zusammen. Und ihr Anteil am Reichtumskuchen wird laufend größer. Seit Anfang 2014 bis heute hat der Reichtum der reichsten zehn Prozent um etwa 30 Milliarden Euro zugenommen. Der Wert ihres Vermögens wächst fast dreimal so schnell wie jener der vermögensärmeren 90 Prozent. Das ist das Ergebnis von Berechnungen von Forschern/-innen der Universität Linz. "Die Vermögensverteilung wird immer schiefer, denn die reichsten zehn Prozent werden heuer insgesamt um 3,35 Millionen Euro pro Stunde reicher, die 90-prozentige Bevölkerungsmehrheit kommt aber nur auf einen gemeinsamen Wertzuwachs von stündlich 1,24 Millionen Euro. An dieser Ungerechtigkeit muss angesetzt werden", so AK-Präsident Kalliauer.

Die Arbeiterkammer fordert daher bereits seit Jahren auch von den Reichsten einen fairen Beitrag zum österreichischen Steueraufkommen. "Nur so kann die von allen gewollte und auch dringend benötigte Lohnsteuersenkung finanziert werden, ohne dass sie die Arbeitnehmer/-innen durch Leistungskürzungen im Sozialstaat oder die Erhöhung von Massensteuern wieder selbst bezahlen müssen", sagt Kalliauer. Um den mit der Lohnsteuersenkung verbundenen Steuerausfall auszugleichen, sieht das Steuerreformkonzept von AK und ÖGB daher zwei Milliarden Euro durch mehr Verteilungsgerechtigkeit vor, insbesondere durch eine Millionärssteuer und die Wiedereinführung einer reformierten Erbschafts- und Schenkungssteuer mit hohen Freibeträgen.

Mit dem "Rich Tax Day" am 26. Jänner 2015 will die AK einmal mehr darauf hinweisen, dass ein zusätzlicher Steuerbeitrag der Reichsten für diese wohlsituierte Gruppe keine finanzielle Belastung darstellt. "Es wäre nur ein kleiner Beitrag der Reichsten für sinnvolle Reformen, der lediglich dem Vermögensanstieg der reichsten zehn Prozent in den ersten 25 Tagen des Jahres entspricht. Der Wertzuwachs ihres Reichtums in den restlichen 340 Tagen bliebe den Reichen", stellt Kalliauer klar.

Die hart arbeitende Bevölkerung trägt demgegenüber zur Finanzierung des Gemeinwesens und der sozialen Sicherheit den Großteil bei. Acht von zehn Steuereuros stammen aus Arbeit und Konsum! Vermögende zahlen kaum Steuern. Dieser Befund ist auch keinesfalls neu. Internationale Organisationen wie die OECD, der IWF, aber auch die EU weisen schon lange darauf hin. Der "Rich Tax Day" verdeutlicht, wie leicht die steuerliche Schieflage zumindest etwas zu reduzieren wäre.

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