ÖSTERREICH: Badawis Ehefrau appelliert an Regierung und fordert Schließung des Saudi-Zentrums

"Peitschenhiebe bereiten ihm sehr große Schmerzen"

Wien (OTS) - Ensaf Haidar, die Ehefrau des saudischen Bloggers Raif Badawi, dessen Schicksal derzeit um die Welt geht - er wurde zu 1.000 Peitschenhieben und 10 Jahren Gefängnis verurteilt - kritisiert im Interview mit der Tageszeitung ÖSTERREICH (Sonntags-Ausgabe) das saudische Dialog-Zentrum in Wien und fordert dessen Schließung.

"Das Saudi-Zentrum hat sich noch immer nicht von den Menschenrechtsverletzungen, die im Vereinigten Königreich Saudi-Arabien passieren, distanziert oder diese irgendwie kommentiert. Die lautstarken Forderungen, das Zentrum zu schließen, sind meiner Meinung nach deswegen legitim. Ich fände das richtig!", sagt Haidar.

Haidar, die derzeit mit ihren Töchtern in Kanada lebt, klagt an:
"Gesehen habe ich Raif zuletzt vor drei Jahren. Es ist unglaublich lange her. Ich kann ihn auch nicht kontaktieren. Insgesamt konnten wir in den vergangenen Jahren zehnmal miteinander reden."

Haidar beschreibt die Qualen ihres Mannes: "Peitschenhiebe bereiten ihm natürlich sehr große Schmerzen. Es ist wirklich sehr furchtbar für ihn. Dazu kommt, dass die Versorgungslage, das Essen und Trinken im Gefängnis, schlecht ist. Momentan ist er mit vier weiteren Menschen in einer Zelle - zuvor waren es sechs oder sieben weitere Häftlinge."

Haidar hofft dennoch: "Raif ist zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt - und er darf weitere zehn Jahre nicht aus Saudi-Arabien ausreisen. Das ist eine Ewigkeit! Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass der internationale Druck so groß wird, dass die Schläge ausgesetzt werden und er freikommt."

Zu Kanzler Werner Faymanns Appell an Saudi Arabien, man möge Raif freilassen, sagt Haidar: "Ich bedanke mich bei allen, die die Freilassung meines Mannes fordern. Jede Stimme hilft und gibt uns Hoffnung! Ich bitte alle Menschen und alle Regierungen, dass sie daran arbeiten, dass Raif freikommt."

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