Bischof Kapellari gibt baldigen Rücktritt bekannt

Grazer Bischof teilt mit, dass Entpflichtung vom Bischofsamt durch Papst in wenigen Tagen erfolgt ohne Ernennung eines Nachfolgers - Grazer Domkapitel wird Diözesanadministrator wählen

Graz, 24.1.2015 (KAP) In wenigen Tagen endet die mittlerweile 33-jährige Amtszeit von Bischof Egon Kapellari. Wie der Grazer Diözesanbischof in einem am Samstag veröffentlichten Hirtenbrief mitteilte, wird Papst Franziskus "in wenigen Tagen" dem "wiederholten Ersuchen um Entpflichtung" vom Amt entsprechen, so der dienstälteste Bischof Österreichs in seinem "letzten offiziellen Schreiben". Gleichzeitig gibt er bekannt, dass der Papst jetzt noch keinen neuen Bischof ernennen wird, und dass daher das Grazer Domkapitel für die Zeit der Sedisvakanz einen Diözesanadministrator wählen wird.

In dem Hirtenwort mit dem Titel "Ein Wort zum Abschied" verweist Kapellari darauf, dass er bereits vor vier Jahren mit Vollendung seines 75. Lebensjahres um seine Entpflichtung gebeten habe. Papst Benedikt XVI. habe damals dieses Gesuch "nunc pro tunc" ("jetzt für später") angenommen und zugleich wurde seine Amtszeit um zwei Jahre verlängert. Diese Frist sei aber "kein verbindlicher Rahmen" gewesen und auch die Zeit seither "wurde keineswegs als Provisorium gestaltet". Inzwischen im 80. Lebensjahr stehend und aufgrund einiger gesundheitlicher Probleme habe er "erneut eindringlich um Entpflichtung gebeten". Dem werde nun entsprochen und die bischöfliche Amtszeit endet mit dem Datum der Veröffentlichung der päpstlichen Entscheidung.

"Mein Abschied von der Leitung der Diözese ist zeitlich nicht schon mit der Ernennung eines neuen Diözesanbischofs verbunden", führt Bischof Kapellari weiter aus. Von daher wird das Grazer Domkapitel in seiner Eigenschaft als "Collegium Consultorum" innerhalb von acht Tagen nach der offizielle Annahme seines Rücktritts einen Diözesanadministrator wählen.

Vor diesem Hintergrund ersucht Bischof Kapellari, die erneute Verzögerung bei der Besetzung des Bischofssitzes mit dem Gebet zu begleiten und darauf zu vertrauen, dass sich "alles gut fügen wird". Ein wichtiger Grund für diese Verzögerung habe auch mit der Berufung des früheren Grazer Weihbischofs Franz Lackner zum Erzbischof von Salzburg zu tun. In dieser Situation müssten alle innerhalb der Kirche die "Bemühungen um ein gutes Miteinander nicht nur beibehalten, sondern sogar verstärken".

Für die Zeit seiner Emeritierung schreibt der Bischof, dass er in der Diözese bleiben und helfen werde, wo er noch kann und gebraucht werde. "Ich werde mich aber keineswegs in Entscheidungen irgendwelcher Art einmengen. Und ich hoffe, wie ich schon öfter gesagt habe, dass sich dann auch der 'Mönch in mir' stärker entfalten kann."

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