„Kulturmontag“: Michel Houellebecq im Exklusivinterview

Zudem Ausblick auf den Österreichischen Filmpreis und Europas Sparpolitik

Wien (OTS) - Martin Traxl begrüßt am 26. Jänner 2015 um 22.30 Uhr in ORF 2 zu einem "Kulturmontag" mit einem Exklusivinterview mit Skandalautor Michel Houellebecq, einem ausführlichen Ausblick auf den Österreichischen Filmpreis und einem Bericht, der der Frage nachgeht, ob sich Europa zu Tode spart. Am Tag nach der mit Spannung erwarteten Griechenland-Wahl erörtert der "Kulturmontag", warum die Sparmentalität seit Aristoteles in der westlichen Kultur so stark verwurzelt ist. Dazu passt auch die Doku "Weniger ist mehr - Vom Trend, mit Nichts glücklich zu sein": Ganz ohne staatlich verordnete Sparmaßnahmen verzichten immer mehr Menschen freiwillig auf Konsum. Wie das funktioniert und welche Auswirkungen damit verbunden sind, thematisiert die Kulturdoku am Montag.

Gedanken-Spiel: Michel Houellebecqs "Unterwerfung" - Der Skandalautor im ausführlichen Exklusivinterview

Seit langem hat kein Buch für so viel Aufregung gesorgt wie "Unterwerfung" von Michel Houellebecq. Der Roman beschreibt, wie im Jahr 2022 in Frankreich ein muslimischer Präsident mit Unterstützung der Bürgerlichen an die Spitze des Staates kommt. Schnell hieß es in den Medien, Michel Houellebecq, Enfant terrible der Literaturszene, habe ein islamophobes Werk geschrieben. Das Attentat in Paris, dessen damals aktuelles Cover eine Karikatur des Autors zeigte, tat ein Übriges. Die Folge: Michel Houellebecq tauchte unter, bekam Morddrohungen und sagte alle öffentlichen Auftritte ab. Erst in Köln trat unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen ein sichtlich von den Attentaten betroffener Schriftsteller erstmals wieder auf die Bühne. Einer der ermordeten Karikaturisten war ein guter Freund. "Unterwerfung" ist kein islamophober Roman, man habe aber das Recht, einen solchen Roman zu schreiben, wenn man das möchte - so seine kämpferischen Worte gleich zu Beginn. Und: "Der Terroranschlag auf die Karikaturisten ist keine Überraschung. Seit Jahren drohen Islamisten, die Zeichner zu töten, jetzt waren sie erfolgreich." Der "Kulturmontag" hat den Autor unter strengster Geheimhaltung zu einem seiner wenigen Interviews getroffen.

Star-Power: Der fünfte Österreichische Filmpreis - Schauspieler und Regisseur Karl Markovics live zu Gast im Studio

Oscar, César, Goldene Palme und der Berliner Bär - ein Filmland, das auf sich hält, braucht eine Auszeichnung, um das nationale Filmschaffen auch ins richtige Licht zu rücken. In Österreich hat sich der Filmpreis in nur fünf Jahren zu einer wichtigen Auszeichnung mit öffentlicher Strahlkraft entwickelt und die von Künstlerin Valie Export gestaltete Statuette ist zur begehrten Trophäe geworden.
Es war aber auch an der Zeit, dass Österreichs Filmschaffende einen eigenen Preis erhalten - international werden heimische Produktionen mit Oscars oder Goldenen Palmen bedacht. 2009 wurde die Akademie des Österreichischen Films gegründet, die sich aus mehr als 360 österreichischen Filmschaffenden aus allen Sparten zusammensetzt. Unter der Präsidentschaft von prominenten Branchenvertretern wie Ursula Strauss oder Stefan Ruzowitzky will die Akademie das Selbstverständnis Österreichs als Filmstandort festigen.
Heuer wird der Österreichische Filmpreis am 28. Jänner in insgesamt 14 Kategorien im Wiener Rathaus verliehen - unter anderem dürfen die Regisseure Andreas Prochaska ("Das finstere Tal") und Hubert Sauper ("We Come As Friends") und die Schauspieler/innen Tobias Moretti ("Das finstere Tal") und Erni Mangold ("Der letzte Tanz") auf einen Preis hoffen. Zum fünfjährigen Jubiläum der Akademie-Gründung ist deren ehemaliger Präsident und nunmehriges Vorstandsmitglied, Schauspieler und Regisseur Karl Markovics, live zu Gast im "Kulturmontag"-Studio.

Der ORF berichtet ausführlich vom Österreichischen Filmpreis. Am Abend der Verleihung, dem 28. Jänner 2015, begleitet ORF III Kultur und Information auch in diesem Jahr den Österreichischen Filmpreis mit ausführlicher Berichterstattung, trifft Nominierte und Preisträger/innen live im Wiener Rathaus und zeigt ein hochkarätiges Rahmenprogramm mit prämierten österreichischen Spielfilmen, Dokumentationen und einer nächtliche Kurzfilmleiste.
ORF eins präsentiert am 29. Jänner einen TV-Abend im Zeichen des heimischen Filmschaffens. Nach der Premiere des ORF/ÖFI-Films "Bad Fucking" von Kurt Palm um 20.15 Uhr steht "Achtung! Sondersendung zum österreichischen Film" um 22.05 Uhr ganz im Zeichen des Filmpreises. Zusätzlich zeigt "Achtung! Sondersendung zum Österreichischen Film" erste Ausblicke auf das Kinojahr 2015. Im Anschluss (22.25 Uhr) steht dann die ORF-Premiere von Ulrich Seidls "Paradies: Glaube" (ebenfalls vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens koproduziert) auf dem Programm.

Spare-Froh: Die Ideologie des Vorsorgens - Ist die europäische Austeritätspolitik eine Sackgasse?

Spart sich Europa zu Tode? Seit Anfang Jänner steht Angela Merkels Krisenpolitik zur Bewältigung der europäischen Schuldenkrise international auf dem Prüfstand. Eine Gruppe von mehr als 300 Intellektuellen lehnt in einem offenen Brief das Spardiktat der Europäischen Union strikt ab und ruft dazu auf, die griechische SYRIZA-Partei im Kampf gegen die Wirtschaftspolitik Europas zu unterstützen - unterzeichnet unter anderem vom Philosophen Slavoj Zizek, dem Linguisten Noam Chomsky oder der Literaturhistorikerin Judith Butler. Der "Kulturmontag" geht am Tag nach der mit Spannung erwarteten Griechenland-Wahl der Frage nach, wessen Interessen mit der europäischen Austeritätspolitik vertreten werden und warum die Sparmentalität in der westlichen Kultur seit Aristoteles so stark verwurzelt ist. "Spare in der Zeit, dann hast du in der Not", heißt das dazu passende Sprichwort, das der St. Gallener Wirtschaftswissenschafter Florian Schui in seiner ausführlichen Abhandlung über die Kulturgeschichte des Sparens strikt ablehnt. Der renommierte Ökonom kommt im "Kulturmontag" ebenso zu Wort wie der österreichische Künstler Jochen Höller, der in seinen Arbeiten das Thema Geld komplex reflektiert.

"Weniger ist mehr - Vom Trend, mit Nichts glücklich zu sein": Konsum ist nicht alles - Minimalismus ist die neue Maxime, wie die Dokumentation von Constanze Griessler und Franziska Mayr-Keber zeigt. Der Trend um das "Weniger ist mehr" schwappt langsam von den Vereinigten Staaten nach Europa über. Bücher, die beim Ausmisten helfen, stehen auf den Bestsellerlisten. Statt Berge an kleinem Eigentum häufen sich Internetblogs mit Tipps und Tricks zum spartanischen, aber hippen Leben. Eine Bewegung gegen den Kapitalismus? Oder für die Weltrettung via Ressourcenschonung? Kritiker orten darin nur einen Lifestyle, der dem Mittelstand vorbehalten bleibt.

Der "Kulturmontag", produziert in HD, wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

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