SPÖ-Abgeordnete: Enquete "Würde am Ende des Lebens" zeigt gute Leistungen, die nun ausgebaut werden müssen

Palliative Grundausbildung und erleichterter Zugang zu Patientenverfügungen gefordert

Wien (OTS/SK) - Heute fand die letzte öffentliche Sitzung der Enquetekommission zur "Würde am Ende des Lebens" im Parlament statt. Für die SPÖ-Abgeordneten hat sich gezeigt, dass es bereits eine solide Basis gibt, auf der man in Zukunft, aufbauen kann und muss. "Es gibt ein durchwegs gut funktionierendes System und die MitarbeiterInnen im Bereich der Pflege und im Hospiz leisten eine hervorragende Arbeit. Dennoch gilt es, an einigen Schrauben zu drehen, etwa bei der Finanzierung und der Rechtssicherheit, um hier weitere Verbesserungen und den Ausbau zu erreichen und den Menschen am Ende des Lebens Unterstützung zur Hebung der Lebensqualität anzubieten", sagten die SPÖ-Abgeordneten Hannes Jarolim, Ulrike Königsberger-Ludwig und Katharina Kucharowits im Zuge der letzten öffentlichen Sitzung.****

"Wir haben bereits seit 2004 ein Konzept in der Palliativmedizin, bei dem etwa die Bettenkapazität, aber auch die Qualitätskriterien für die Palliativstationen und die mobilen Teams genau geregelt sind. Dieses Konzept muss allerding auch umgesetzt werden", betonte SPÖ-Bereichssprecherin für Menschen mit Behinderung Königsberger-Ludwig. "Bei der Umsetzung des Konzepts sollte in Zukunft darüber nachgedacht werden, dass alle Ärztinnen und Ärzte und das Pflegepersonal eine palliativmedizinische Grundausbildung erhalten. Denn die Auseinandersetzung mit der Lebensqualität von Pflegebedürftigen mit unheilbaren oder lebensbedrohlichen Krankheiten geschieht nicht nur in der Intensivstation", sagte Königsberger-Ludwig.

Kinder- und Jugendsprecherin der SPÖ Kucharowits forderte einen erleichterten Zugang zu Patientenverfügungen. "Derzeit haben nur 4,2 Prozent der Menschen eine Patientenverfügung. Das liegt unter anderem an der Kostenfrage, dem Verlängerungsbedarf nach fünf Jahren, vor allem aber auch an der fehlenden Information. Wir benötigen eine Kampagne, um das Bewusstsein in der Bevölkerung zu stärken", so Kucharowits.

Eine Verankerung in der Verfassung lehnen die SPÖ-Abgeordneten ab. "Die Aussagen vieler Expertinnen und Experten, die im Rahmen der Enquete gehört wurden, machten klar, dass eine Verankerung eines Verfassungsverbots der Tötung auf Verlangen nicht nur rechtlich nicht notwendig ist, sondern auch keinerlei Nutzen bringt. Durch eine Verankerung wäre der eventuell notwendige gesetzliche Spielraum sogar geschmälert", warnte der SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim abschließend. (Schluss) sc/ms/mp

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0001