Gesundheitsjahr 2014: Viel erreicht - viele Baustellen für die Zukunft

Angeregte Diskussionen bei der Präsentation des Jahrbuchs "Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft 2014"

Wien (OTS/PWK051) - Diese Woche wurde das Jahrbuch "Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft 2014" vorgestellt, welches bereits zum sechsten Mal von Sanofi GmbH in Kooperation mit der Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich, einer Initiative der Wirtschaftskammer Österreich, herausgegeben wurde.

"Das Jahr 2014 war sehr ereignisreich, was nicht zuletzt die neue Rekordlänge unseres Jahrbuchs zeigt. Für die Gesundheitswirtschaft möchte ich besonders die Fertigstellung des Gesundheitssatellitenkontos für Österreich hervorheben, das gezeigt hat, dass das Wachstumspotenzial in dieser Branche enorm ist. Außerdem ist jeder siebte unselbständig Beschäftigte in diesem Bereich angestellt. Wir sehen die steigende Bedeutung der Gesundheitswirtschaft für Arbeitsplätze und Wachstum in Österreich," so der Initiator der Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich und Leiter der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit der WKÖ, Martin Gleitsmann, anlässlich der Präsentation des Jahrbuchs in der Nationalbibliothek.

Im Rahmen der Veranstaltung diskutierten Experten die Ereignisse 2014 und die offenen Baustellen der Gesundheitsreform. Peter McDonald, Vorstandsvorsitzender im Hauptverband der Sozialversicherungsträger: "Wir müssen uns auch ansehen, woher wir kommen: Wir haben ein Gesundheitssystem, auf das wir zu Recht stolz sein können. Allerdings sollten die einzelnen Systeme verbessert zusammenarbeiten und der Schwerpunkt mehr auf Prävention gelegt werden. Um die Reform vom Papier in die Umsetzung zu bringen, muss der Patient die Reform auch spüren, wir sollten uns die Themen Wohnortnähe und Qualität besser ansehen." Er verwies auf die ersten Pilotprojekte zur Primärversorgung, die im ersten Halbjahr 2015 starten werden.

Arthur Wechselberger, Präsident der Ärztekammer, verwies auf vorherige Gesundheitsreformen und meinte: "Wir sind zu stark in der Erstellung von Konzepten. Es gab 2005 eine Gesundheitsreform, 2008 fast eine und 2013 die nächste. Die letzte wärmt die Reform aus 2005 auf. Jede Reform bringt ein neues System, wir betreiben eine Systematisierung des Gesundheitssystems."

"Der Patient ist das schwächste Glied in der Kette. Wir müssen aufhören, Politik rund um Institutionen zu machen, denn wir drehen uns im Kreis. Wir haben ein gutes Gesundheitssystem, das aber Ecken und Kanten hat. Diese müssen wir so abschleifen, dass die Patienten es auch bemerken. Positiv ist jedenfalls die Einführung von konkreten Maßnahmen und Messgrößen, wie es in Unternehmen Gang und Gäbe ist", so Gerald Bachinger, Sprecher der Patientenanwälte Österreichs.

Gesundheitsökonom Thomas Czypionka, Leiter von HealthEcon des Instituts für Höhere Studien, hatte im Juni 2014 den Fortschritt bei der Gesundheitsreform untersucht. Er kam zu dem Ergebnis, dass die dabei beschlossene Zielsteuerung zwar der "politisch machbarste", aber nicht der optimalste Weg war. "Ideal wäre eine grundlegende Reform des Gesundheitssystems gewesen, wie sie etwa in skandinavischen Ländern vorgenommen wurde. Das hätte etwa eine Bereinigung der verfassungsmäßigen Kompetenzen beinhaltet. Das Besitzstanddenken bzw. Entscheidungsschwäche in unserem Land hat dies aber verhindert", so der Gesundheitsexperte.

Das Jahrbuch kann ab sofort kostenlos unter
http://www.gesundheitspolitik2014.at bestellt werden. (PM)

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Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
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