WKÖ: Gesundheit der MigrantInnen stärker in den Fokus rücken

Literatur-Studie untermauert Forderungen der Wirtschaft - Gleitsmann: Brauchen Gesamtstrategie für das Thema Migration und Gesundheit

Wien (OTS/PWK050) - Knapp jeder Fünfte in Österreich hat Migrationshintergrund. Studien belegen, wie wichtig es ist, den Fokus auf das Thema Gesundheit dieser Bevölkerungsgruppe zu legen, weil es hier aus verschiedenen Gründen oftmals Nachholbedarf gibt. " Die WKÖ hat sich wegen des seit vielen Jahren bestehenden Fachkräftemangels immer aktiv für qualifizierte Migration eingesetzt. Wir nehmen aber auch unsere soziale Verantwortung wahr, indem wir uns für Gesundheitsförderung und Prävention für Migrantinnen und Migranten einsetzen. Deshalb haben wir bewusst einen Fokus in unserer Arbeit auf dieses Thema gelegt", so Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit in der WKÖ.

Barrieren abbauen - Zugänge ausbauen

Die heute, Freitag, präsentierte Literatur-Studie "Migration und Gesundheit" untermauere in vielen Punkten die Forderungen der Wirtschaft und greife die von der WKÖ aufgezeigten Ansatzpunkte auf, so Gleitsmann.

Barrieren wie sprachliche Schwierigkeiten, aber auch Hemmschwellen, medizinische Angebote in Anspruch zu nehmen, verursachen vielfach Unter-, Über- und Fehlversorgung von MigrantInnen. Dies verursacht nicht nur menschliches Leid sondern auch erhebliche Mehrkosten für das österreichische Gesundheits- und Sozialsystem. Gleitsmann: "Es gilt, diese Barrieren rasch abzubauen und den Zugang von Migrantinnen und Migranten zu unserem Gesundheitssystem zu verbessern. Ziel ist die gesundheitliche Chancengerechtigkeit."

WKÖ fordert eine Gesamtstrategie für das Thema Migration und Gesundheit

"In Österreich gibt es bereits einige sehr erfolgreiche Projekte wie zum Beispiel das heute auch vorgestellte Projekt 'MiMi GesundheitslotsInnen' der Volkshilfe Wien, das die WKÖ von Anfang an aktiv unterstützt hat. Es ist höchst an der Zeit, erfolgreiche Wege wie diesen aufzugreifen und eine Gesamtstrategie für Migration und Gesundheit zu erstellen", fordert der WKÖ-Experte.

Gefragt sind Maßnahmen, die die Gesundheitskompetenz und Eigenverantwortung von MigrantInnen stärken, und die Vielfalt von Organisationen bzw. Angeboten bewusst machen - Stichwort Chancen verbessern, wie dies auch die Literaturstudie aufzeigt. "Wichtig dabei ist, dass keine Parallelstrukturen geschaffen werden, sondern Menschen mit Migrationshintergrund durch aktive Unterstützung mit dem Gesundheitssystem vertraut gemacht werden. Die WKÖ ist hier auch selbst aktiv und hat gemeinsam mit der WKW und SVA eine mehrsprachige Informationskampagne zu den Themen Gesundheit und Sozialversicherung für UnternehmerInnen mit Migrationshintergrund initiiert. 2015 legen wir einen besonderen Fokus auf diesen Bereich und laden alle Akteurinnen und Akteure dazu ein, gemeinsam mit uns am Ziel einer besseren Gesundheit für Alle mitzuarbeiten", so Gleitsmann. (PM)

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Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Dr. Martin Gleitsmann
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