ORF III am Wochenende: Opus magnum „Shoah“ und „zeit.geschichte“-Themenabend zu 70 Jahre Befreiung KZ Auschwitz

Außerdem: „Erlebnis Bühne“ mit „Schiller und die Musik“ und „Don Carlo“

Wien (OTS) - Am 27. Jänner 2015 jährt sich zum 70. Mal die Befreiung des NS-Konzentrationslagers Auschwitz - des größten Vernichtungslagers im "Dritten Reich", das weltweit zum Symbol für den Holocaust wurde. ORF III nimmt dieses Datum zum Anlass und widmet sich in einem umfassenden Programmschwerpunkt dem Gedenken an den Holocaust. Am Samstag, dem 24. Jänner, zeigt ORF III ab 20. 15 Uhr einen zweiteiligen "zeit.geschichte"-Themenabend mit den Dokus "Carl Lutz - Der vergessene Held" und "Geboren im KZ" (21.45 Uhr), beide in österreichischer Erstausstrahlung.
Am Sonntag, dem 25. Jänner, folgt schließlich Claude Lanzmanns 9-stündiges Opus magnum "Shoah" ab 10.20 Uhr in der erst bei der Berlinale 2013 präsentierten restaurierten digitalen Fassung. Um 19.05 Uhr bittet ORF-Korrespondent Hans Woller den mittlerweile 89-jährigen französischen Filmemacher zum ORF-III-Exklusivinterview in Paris. Der "Erlebnis Bühne"-Abend widmet sich schließlich um 19.30 Uhr Friedrich Schillers Vision von Musik, bevor um 20.15 Uhr Bühnenstar Roberto Alagna in einer starbesetzten Aufzeichnung von "Don Carlo" unter der Regie von Hollywoodikone Nicholas Hytner zu sehen sein wird.

Details zu den Sendungen:

Samstag, 24. Jänner: "zeit.geschichte"-Themenabend anlässlich 70 Jahre Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz: "Carl Lutz - Der vergessene Held" (20.15 Uhr) und "Geboren im KZ" (21.45 Uhr)

"Europastudio"-Gastgeber Paul Lendvai, der Schriftsteller György Konrád, die Philosophin Ágnes Heller und viele andere konnten durch das Engagement des Schweizer Diplomaten Carl Lutz in Budapest während des Zweiten Weltkriegs gerettet werden. Insgesamt sollen es an die 62.000 ungarische Juden gewesen sein, die Lutz durch Schutzbriefe und gefälschte Pässe vor der sicheren Deportation bewahrt hat. Von der Schweiz wurde Lutz erst nach seinem Tod offiziell gewürdigt. Daniel von Aarburg zeichnet mittels zahlreicher Archivaufnahmen in "Carl Lutz - Der vergessene Held" ein fesselndes Porträt und lässt Zeitzeugen - darunter einige der geretteten Juden sowie Carl Lutz' Stieftochter - zu Wort kommen.

"Überall lagen die Toten", schreibt ein US-Soldat nach der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau nach Hause, "doch unter den mehr als 30.000 befreiten KZ-Häftlingen befanden sich zu unserer großen Überraschung sieben jüdische Mütter mit ihren Babys!" Die Soldaten fotografierten, was sie nicht glauben konnten: "Geboren im KZ" erzählt die grausame Geschichte von Säuglingen, die zwischen Dezember 1944 und Februar 1945 in Kaufering, einem Außenlager des KZ Dachau, zur Welt gekommen waren und überlebt hatten - inmitten des Holocaust.

Sonntag, 25. Jänner: "zeit.geschichte spezial" mit "Shoah" (10.20 Uhr) und Exklusivinterview mit Regisseur Claude Lanzmann (19.05 Uhr); "Erlebnis Bühne" mit "Schiller und die Musik" (19.30 Uhr) und "Don Carlo" (20.15 Uhr)

"zeit.geschichte spezial" anlässlich 70 Jahre Befreiung KZ Auschwitz

Claude Lanzmanns neunstündiger Dokumentarfilm "Shoah" aus dem Jahr 1985 ist zweifellos das Opus magnum über den Holocaust. Die Vorbereitungen und Dreharbeiten dazu dauerten fast zwölf Jahre. Der Regisseur zeigt darin Interviews mit Überlebenden und Zeitzeugen, darunter auch Täter. Ohne die Verwendung von Archivmaterial entstand ein eindringlicher Film, der bis heute als wichtigste Auseinandersetzung mit dem Genozid durch die Terrorherrschaft der Nationalsozialisten gilt. ORF III zeigt das epische Werk in der bei der Berlinale 2013 erstmals präsentierten digitalen Fassung mit deutschen Untertiteln. Anschließend spricht ORF-Paris-Korrespondent Hans Woller mit Regisseur Claude Lanzmann über "Shoah" und über sein grundlegendes Anliegen, das Ereignis in seinen gigantischen Ausmaßen zu rekonstruieren. Dokumentation und Reflexion sollten im Dokumentarwerk ebenbürtige Rollen einnehmen und die bis heute noch nicht vollends ergründeten Folgen sichtbar machen. Im Jahr 2013 wurde Lanzmann bei der Berlinale der "Goldene Ehrenbär" für sein Lebenswerk verliehen.

"Erlebnis Bühne": "Künstlerporträt: Schiller und die Musik" (19.30 Uhr) und "Don Carlo" (20.15 Uhr)

Der Film "Schiller und die Musik" ist eine Spurensuche: An Schillers wichtigstem Tatort, Weimar, macht sich der Dirigent, Autor und Weimarer Peter Gülke auf den Weg, Schillers Vision von Musik aufzuspüren. Er besucht sein Haus, hört in seinen Wänden die Musik zu seinen Gedichten, macht sich auf ins Theater, um in Gespräch und musikalischer Realisation einen Eindruck von der Gewalt zu geben, die Schillers Sprache auf die Musik aller Zeiten ausgeübt hat. Er untersucht mit Experten in Goethes Gartenhaus die Magie, die Schillers "Ode an die Freude" in Beethovens Neunter zum Schlager werden ließ, sozusagen "weltumspannend" - wie Thomas Mann gesagt hätte.
In einer starbesetzten Inszenierung aus der New Yorker Met aus dem Jahr 2010 zeigt Guiseppe Verdis Werk die unheilvolle Verwobenheit von Großmacht-Politik und privatem Glücksstreben. Unter der musikalischen Leitung von Yannick Nézet-Séguin und der Regie von Hollywoodgröße Nicholas Hytner sind u.a. Marina Poplavskaya und Roberto Alagna in den Titelpartien zu erleben.

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