Auftakt zum Wiener Töchtertag am 23. April 2015

Frauenberufe/Männerberufe? – Ausbildungs- und Berufswahl von Mädchen in Wien

Wien (OTS) - Der Wiener Töchtertag geht am 23. April 2015 in eine neue Runde: Mehr als 150 Wiener Unternehmen öffnen ihre Türen für Mädchen von elf bis sechzehn Jahren und zeigen den jungen Berufsanwärterinnen das breite Spektrum an technischen, handwerklichen oder naturwissenschaftlichen Karrieremöglichkeiten in Wien auf. Zum Auftakt des diesjährigen Töchtertags luden Frauenstadträtin Sandra Frauenberger, Präsidentin des Wiener Stadtschulrats Susanne Brandsteidl, Petra Gregorits, Vorsitzende des Bereichs Frauen in der Wirtschaft, Wirtschaftskammer Wien und TU Vizerektorin für Personal und Gender Mag.a Anna Steiger in die Technische Universität Wien zu einem Pressegespräch.

"Es ist mir wichtig, Mädchen für Berufe zu begeistern, die keine typischen Frauenberufe sind", erklärt Frauenstadträtin Sandra Frauenberger. "Mit unserem Töchtertag zeigen wir Mädchen seit Jahren die Vielfalt an Karrieremöglichkeiten auf - und das werden wir weiterhin mit vollem Engagement tun." Denn ein Blick in den Wiener Gleichstellungsmonitor zeigt: Mädchen sind in Schulen und Hochschulen mit technischem Fokus zurzeit noch unterdurchschnittlich vertreten.

Unterrepräsentiert bei Ausbildungen mit Technik- und Technologiebezug

An berufsbildenden mittleren und höheren Schulen in Wien macht der Anteil der Mädchen im technischen und gewerblichen Bereich noch nicht einmal ein Drittel der SchülerInnen aus. Auch an den technischen Hochschulen sind Frauen häufig in der Unterzahl: so sind etwa an der FH Technikum Wien nur 15% der Studierenden weiblich. An der Technischen Universität Wien liegt der Anteil der Studentinnen bei 27%.
Auch der zukunftsträchtige Zweig der Informations- und Kommunikationstechnologie ist noch schwach mit Frauen besetzt: An Universitäten und Fachhochschulen sind nur 18% der Studierenden im IKT-Bereich weiblich. Die Quote der Frauen, die nach ihrem Studium dann tatsächlich einen Beruf im Bereich IKT ausübt ist mit 13% noch geringer (Quelle: Wiener Gleichstellungsmonitor 2013, S. 66-74).

Lehrerinnen und Lehrer beeinflussen Berufswahl

Stehen Mädchen vor der Wahl für eine Lehre, entscheiden sich fast die Hälfte (47%) für einen von drei Berufen: Bürokauffrau, Frisörin oder Einzelhandelskauffrau (Gleichstellungsmonitor Seite 71). "Lehrerinnen und Lehrer spielen bei der Ausbildungs- und Berufswahl der Kinder und Jugendlichen eine sehr große Rolle. Ich möchte Pädagoginnen und Pädagogen daher einladen, sich gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern verstärkt mit dem Thema traditionelle und nicht-traditionelle Berufsfelder von Frauen und Männern auseinanderzusetzen", so Susanne Brandsteidl, amtsführende Präsidentin des Wiener Stadtschulrats.

Unternehmen vermitteln Berufspraxis

"Viele engagierte Wiener Unternehmen werden den Mädchen auch heuer wieder die Gelegenheit bieten, neue Berufswege abseits der klassischen Frauenberufe kennenzulernen", freut sich Petra Gregorits, Vorsitzende des Bereichs Frauen in der Wirtschaft. Frauenstadträtin Sandra Frauenberger ergänzt: "Beim Töchtertag geht es um ein hautnahes, praxisnahes Kennenlernen der Berufe: Mädchen bekommen am 23. April die Chance, ihre technisch-handwerklichen Fähigkeiten zu entdecken und sich über Berufe der Zukunft zu informieren. Wir freuen uns auf zahlreiche neugierige Teilnehmerinnen."

Wiener Töchtertag im neuen Gewand

Der heurige Töchtertag zeigt sich im neuen Design mit Wiener Schülerinnen als dynamische Testimonials. Die seit Herbst 2014 mit dem Töchtertag beauftragte Agentur communication matters (www.communicationmatters.at) hat nicht nur ein neues Logo entwickelt, sondern auch alle Materialien einer Neugestaltung unterzogen. In Zusammenarbeit mit der Innovationsagentur datenwerk (www.datenwerk.at) wurde ein neues Onlinekonzept für den Wiener Töchtertag entwickelt. Dazu gehören neben einer neuen Website eine Töchtertag-App, ein Videoclip und verstärkte Aktivitäten in sozialen Netzwerken.

Die Anmeldung für Mädchen startet nach den Semesterferien am 9. Februar 2015, Unternehmen können sich bereits jetzt online unter www.toechtertag.at/betrieb-registrieren/ zur Teilnahme registrieren.

Zum Wiener Töchtertag

Die Idee des Töchtertags stammt aus den USA. In den 90er Jahren wurde der jährliche Aktionstag "Take Your Daughters to Work-Day" erfunden. Ursprünglich durften nur Töchter von MitarbeiterInnen teilnehmen. Heute steht dieser "Girls´Day" allen Mädchen offen. Die Idee war von Beginn an, Mädchen Einblicke in Arbeitsbereiche zu ermöglichen, in denen bisher nur wenige Frauen arbeiten.

Die Geschichte des Wiener Töchtertags begann im Jahr 2002, als auf Initiative der damaligen Frauenstadträtin Renate Brauner der erste Wiener Töchtertag mit Siemens als Partnerunternehmen veranstaltet wurde. Seit 2007 findet der Wiener Töchtertag als Initiative von Stadträtin Sandra Frauenberger und der Frauenabteilung der Stadt Wien in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Wien und dem Wiener Stadtschulrat statt.
Am ersten Wiener Töchtertag nahmen 200 Mädchen teil. Mit 500 teilnehmenden Mädchen und 17 Wiener Unternehmen konnte im zweiten Jahr bereits ein deutlicher Zuwachs verbucht werden. Seit dieser Zeit steigerte sich die Zahl der teilnehmenden Mädchen, aber auch die Zahl der Unternehmen fast jährlich. Rund 3.000 Mädchen und rund 160 Unternehmen nahmen in den letzten Jahren jeweils am Wiener Töchtertag teil. (Schluss)

Quellenverweis: Wiener Gleichstellungsmonitor, abrufbar unter
http://www.wien.gv.at/menschen/frauen/stichwort/gleichstellung/gleich
stellungsmonitor/download.html (8.1.2014)

Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter www.wien.at/pressebilder/ abrufbar.

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Stefanie Grubich
Mediensprecherin Stadträtin Sandra Frauenberger
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Mag.a Christina Pikl
Töchtertag-Büro
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