Listen der Vernichtung

Die Deportation der österreichischen Juden und Jüdinnen

Wien (OTS) - Auszug aus der Abgangsliste des Transports Nr. 11 vom Wiener Aspangbahnhof ins litauische Kaunas am 23. November 1941. Der Deportationstransport umfasste 1.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder. Sie wurden nach ihrer Ankunft erschossen, es sind keine Überlebenden bekannt. Zum 11. Transport aus Wien vermerkte SS-Standartenführer Karl Jäger in seiner "Gesamtaufstellung der im Bereich des EK 3 bis zum 1. Dezember 1941 durchgeführten Exekutionen": "29. 11. 41, Kauen F. IX, 693 Juden, 1155 Jüdinn., 152 J. - Kind., (Umsiedler aus Wien und Breslau)".

Mehr als 66.000 österreichische Juden und Jüdinnen wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Das DÖW konnte bislang 63.863 von ihnen identifizieren. In der auf www.doew.at zugänglichen Datenbank sind Namen, Geburtsdaten, letzte Wohnadresse in Österreich, Informationen zu Datum und Ziel der Deportation vermerkt. Wenn das Todesdatum bekannt ist, ist es angeführt, oft genug ist lediglich der Tod überliefert.

Die Israelitische Kultusgemeinde wurde von den Nationalsozialisten gezwungen, die Listen für die Transporte zuerst in eine ungewisse Fremde, dann in den sicheren Tod zu erstellen. Die Listen der großen Deportationstransporte umfassten jeweils rund 1000 Namen. Erhalten geblieben sind gnadenlose Relikte des Massenmords.

Das DÖW hat die Daten von 46.000 österreichischen Holocaustopfern mit der jeweiligen Seite der Transportlisten zusammengeführt und mit Hilfe der Firma Braintrust in die Online-Datenbank auf der Website des DÖW integriert. Die Ergänzung auf www.doew.at umfasst die Scans aller erhalten gebliebenen Listenseiten. Den auf den Listen verzeichneten Deportierten und Ermordeten sind nun die verfügbaren Informationen über ihre Schicksale zugeordnet. So werden durch die schier endlosen Todeslisten hindurch die konkreten Schicksale sichtbar gemacht.

Link: www.doew.at
Rückfragen: Gerhard Ungar, Christine Schindler, office@doew.at

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