Neues Volksblatt: "Kalkül" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 23. Jänner 2015

Linz (OTS) - Es ist Interpretationssache, ob man die Vorgehensweise der derzeitigen Linzer SPÖ-Finanzverantwortlichen als wohlüberlegt oder als "Kopf in den Sand stecken" sieht. Es stimmt zwar, manche Probleme lösen sich von selbst. Doch dieses wurde durch das Zuwarten erst so richtig akut. Zumindest seit 2010 weiß man, wie gefährlich eine Frankenwette sein kann. Natürlich ist die Stadt in einer Zwickmühle: Schuldet sie alles um, muss sie erstens die Verluste sofort realisieren und vielleicht geht es mit dem Euro ja wieder bergauf. Wartet sie, könnte der Verlust noch größer werden. Die wohlüberlegte Luger-Taktik ist nun: "Tu ma a bisserl was und wart ma a bisserl." Sein Kalkül: Wenn der Kurs weiter steigt, kann man sagen, dass eh der Großteil konvertiert wurde, fällt der Kurs kann man es als Gewinn verbuchen - die Linzer SPÖ spekuliert also weiter.
Die Steyrer Genossen wollen hingegen einen Schlussstrich unter das Frankenabenteuer ziehen, das Risiko sei zu hoch und man könne es sich auch leisten, die höhere Zinsbelastung "wird kein einziges Projekt oder Vorhaben der Stadt gefährden", argumentiert SPÖ-Bürgermeister Hackl. Und das mag auch in Linz ausschlaggebend sein: Man kann sich wahrscheinlich einen Totalausstieg nicht leisten, ohne dass es der Bürger merkt. Und zumindest bis zur Wahl sollten die Linzer möglichst nicht merken, wie groß die Finanzmisere ihrer Stadt ist.

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