Stronach/Nachbaur: EZB-Geldschwemme verschärft europäische Wirtschafts- und Schuldenkrise

Wien (OTS) - "Die Währungsunion ist jetzt endgültig zu einer Transferunion verkommen. Wir Österreicher dürfen für die Schulden der Euro-Krisenländer geradestehen, zu entscheiden haben wir aber nichts mehr", kritisiert Team Stronach Klubobfrau und Wirtschaftssprecherin Kathrin Nachbaur die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, Staatsanleihen und andere Wertpapiere von Euroländern in der Höhe von über 1.080 Mrd. Euro kaufen.

"Die Schulden der Euro-Krisenländer sind ohne parlamentarische Mitwirkung vergemeinschaftet worden. Daran ändert auch die Entscheidung nichts, dass das Ausfallrisiko zum Teil bei den nationalen Notenbanken bleibt. Das ist nur ein Zwischenschritt", so Nachbaur weiter. "Auch im EZB-Rat, dem obersten Lenkungsgremium, verliert Österreich aufgrund des neuen Rotationsprinzips für drei Monate im Jahr sein Stimmrecht." Die Euro-Länder und ihre Parlamente werden immer weiter entmachtet, so Nachbaur: "Die Demokratien in Europa werden zusehends zu Kolonien der EZB!"

Mit der gigantischen Geldschwemme die Deflation zu bekämpfen und damit die Wirtschaft anzukurbeln, sei nur "ein billiger Vorwand linker Voodoo-Ökonomen", kritisiert Nachbaur. "Diese expansive Geldpolitik wird weder in der Realwirtschaft Wirkung zeigen, noch die Inflationsraten nach oben treiben. Durch den massenhaften Ankauf von Staatsanleihen wird der Reformwille der Krisenländer gebremst. Sie können weiterhin Geld ausgeben, das sie nicht haben. Die Probleme werden damit nicht gelöst, sondern im Gegenteil hinausgezögert und vergrößert. Das Ende der Fahnenstange ist allerdings erreicht." Für die Team Stronach Klubobfrau ist nicht der Mangel an Liquidität für die schwächelnde europäische Wirtschaft verantwortlich, sondern der Mangel an echten Strukturreformen: "Der Crash ist vorprogrammiert!"

Wie gefährlich das gigantische Ankaufprogramm der EZB ist, beweise die Schweiz, so Nachbaur. Die Eidgenossen haben den Euro, trotz kurzfristiger Nachteile, fallen gelassen. Eine Abhängigkeit von der neuen Euro-Weichwährung kann sich die Schweiz auf Dauer nicht mehr leisten. "Wie die Geschichte zeigt, schaffen langfristig nur Hartwährungsländer Wohlstand für die Bevölkerung. Geldabwertung ist hingegen nichts anderes, als ein gigantischer volkswirtschaftlicher Ausverkauf", kritisiert Nachbaur.

"Um Europa aus der Krise zu führen, braucht es vor allem in den Krisenländern echte Reformen und keine finanzpolitischen Kurzschlusshandlungen. Wer ohne Reformen weiterwurschteln will, soll sich in aller Freundschaft aus dem Euro verabschieden. Das wäre besser für alle Beteiligten", schließt Nachbaur.

Rückfragen & Kontakt:

Team Stronach Parlamentsklub/Presse
Tel.: ++43 1 401 10/8080
parlamentsklub@teamstronach.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | TSK0001