ÖVI fordert Nationalen Aktionsplan zum Thema "Wohnen"

Wien (OTS) - Heute hat der Österreichische Verband der Immobilienwirtschaft im Rahmen einer Pressekonferenz die Studie "Leistbares Mieten - Leistbares Leben" präsentiert. Seit Monaten nimmt die Debatte zu "leistbarem Wohnen" breiten Raum in der Öffentlichkeit ein. Kein Wunder, hat auch kein Wahlkampf in den letzten beiden Jahren dieses Thema ausgelassen und entsprechend Stimmung geschürt. "Wohnen" ist aber viel zu wichtig und zukunftsweisend, als dass es politischen Grabenkämpfen geopfert werden darf. Der ÖVI hat deshalb die unabhängige Ökonomin MMag. Agnes Streissler-Führer mit der Erstellung einer Studie zu "Leistbarem Mieten - Leistbarem Leben" beauftragt, um eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für die dringend notwendige Versachlichung der Diskussion zu schaffen.

Die Studie zeigt einige Fehlentwicklungen in der österreichischen Wohnpolitik auf, denen dringend entgegen gewirkt werden muss. Durch die Ergebnisse der Studie wird offensichtlich, dass leistbares Wohnen in Zukunft nur durch ein komplexes Bündel an Maßnahmen gewährleistet werden kann. Ein neues Mietrecht nur für den privaten Immobilienmarkt kann diese Aufgabe nicht erfüllen! Der ÖVI fordert deshalb die Umsetzung folgender Punkte:

Nationaler Aktionsplan zum Thema Wohnen gefragt!

Nur durch ein nachhaltiges Zusammenwirken von Bund und Ländern können offensichtliche Kurskorrekturen erfolgen, die aufgrund kompetenzrechtlicher Aufsplitterungen durch eine gemeinsame Plattform von Bund und Ländern zu erarbeiten sind. Die Bundesregierung ist aufgefordert, ein umfassendes Aktionsprogramm zu starten, das die Entwicklung am Arbeitsmarkt (prekäre Dienstverhältnisse) und die steigende Steuerbelastung ebenso berücksichtigt wie die Schieflagen im sozialen Wohnbau:

Überprüfung der Treffsicherheit im sozialen Wohnbau:

WBF-Zugangsvoraussetzungen für den Mittelstand sind zu überdenken; Wohnbauförderung und Sozialer Wohnungsbau sind gefordert, ihre Hausaufgaben zu machen. Konzentration der Mittel auf jene einkommensschwachen Bevölkerungsschichten, die es am dringendsten benötigen.

Einkommensüberprüfungen

in regelmäßigen Abständen sind ohne großen Mehraufwand durchführbar und ermöglichen das Lukrieren von Mitteln für den Neubau von Sozialwohnungen.

Eindämmung der Kostenspirale durch Vereinfachung von Bau- und Ausstattungsstandards sowie Qualitäten

Nicht nur Mieten, auch Bauen, Errichten und Sanieren muss leistbar bleiben. Überbordende Anforderungen an Qualitätsstandards in Bauordnungen und Wohnbauförderungen müssen redimensioniert werden.

Neubau-Offensive und Baulandmobilisierung
Nur die Ausweitung des Angebots schafft eine Entspannung am Immobilienmarkt, Baulandreserven der öffentlichen Hand sind durch entsprechende Widmung und Vergabe von Baurechten im Sinne eines Generationenvertrags zukunftsweisend einzusetzen.

Einführung eines marktaffinen Mietzinsbildungssystem

60 Prozent aller Mietwohnungen sind ohnehin im gemeinnützigen und kommunalen Sektor und werden mit hohen öffentlichen Mitteln quersubventioniert. Für den privaten Bereich muss ein marktaffines Mietzinsbildungssystem möglich sein. Zwischen Regulierungsgrad und Wohnkostenbelastung besteht kein Zusammenhang. Nur so ist einerseits Rechtssicherheit gewährleistet, aber auch Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft nachhaltig garantiert.

Debatten über Mietzinsobergrenzen und weitere Regulierungen sind nur ein Ausschnitt der Wirklichkeit. Das Mietrecht alleine wird die komplexen Aufgabenstellungen nicht erfüllen, so ÖVI Geschäftsführer Anton Holzapfel abschließend.

Die Studie sowie die detaillierten Presseunterlagen können unter www.ovi.at heruntergeladen werden.

Rückfragen & Kontakt:

MMag. Anton Holzapfel, Österreichischer Verband der Immobilienwirtschaft
1040 Wien, Favoritenstraße 24/11
Tel: 01 505 48 75, email: a.holzapfel@ovi.at, www.ovi.at

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