Zum 70. Jahrestag der Befreiung: Doku-Drama „Flucht aus Auschwitz“ am 23. Jänner in „Universum History“

Wien (OTS) - 27. Jänner 1945: Die Rote Armee befreit das Konzentrationslager Auschwitz. Die unerträglichen Zustände im Lager und das massenhafte Morden in den Gaskammern kosten in den Jahren davor mehr als einer Million Menschen das Leben. Doch den Nazis gelingt es trotzdem sehr lange, die Existenz des Konzentrationslagers geheim zu halten. Auch um das zu ändern, flüchten zwei junge slowakische Häftlinge aus Auschwitz. Im Rahmen eines umfassenden ORF-Programmschwerpunkts zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz (Details unter presse.ORF.at) zeigt "Universum History" am Freitag, dem 23. Jänner 2015, um 22.40 Uhr in ORF 2 das Doku-Drama "Flucht aus Auschwitz" von Alex Dunlop (deutsche Bearbeitung: Gregor Stuhlpfarrer). Die Rekonstruktion der Flucht der beiden Auschwitz-Inhaftierten Rudolf Vrba und Alfréd Wetzler wird mit Hilfe von Spielszenen erzählt, ergänzend dazu gibt es Interviews mit einigen der letzten Überlebenden. Anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Jänner setzt der ORF einen umfassenden Programmschwerpunkt in Fernsehen, Radio und Internet, u. a. mit der Live-Übertragung der Befreiungsfeier - alle Details unter presse.ORF.at.

Dem Schrecken zu entkommen und zu fliehen - diesen enorm riskanten Plan setzten Hunderte Juden, Roma und Sinti oder politisch Andersdenkende um, die von den Nazis nach Auschwitz deportiert wurden. Doch nur den wenigsten glückte die Flucht. Die meisten wurden von den Bewachern ertappt und entweder sofort erschossen oder aufgegriffen und anschließend hingerichtet. Trotz der Dimension des Lagerkomplexes Auschwitz gelang es den Nazis sehr lange, die Wahrheit über das Morden hinter den Zäunen geheim zu halten. Doch zwei junge slowakische Inhaftierte, Rudolf Vrba und Alfréd Wetzler, wollen im April 1944 mit ihrer Flucht auch die Wahrheit über Auschwitz in die Welt hinaustragen. Zu diesem Zeitpunkt sind sie bereits zwei Jahre im Todeslager. Vrba, ein slowakischer Jude, war festgenommen und nach Auschwitz deportiert worden, nachdem er versucht hatte, aus der Slowakei vor den Nazis zu fliehen. Als Zwangsarbeiter musste er unter anderem Leichen ausgraben, die von den Nazis später verbrannt wurden. Später arbeitete Vrba an anderen Stellen des Lagers und wurde zum direkten Zeugen der Massenvernichtung in den Gaskammern. Er musste mitansehen, wie die Neuankommenden mit ihrem letzten Hab und Gut nach Auschwitz kamen - im Glauben, von den Nazis zu einem späteren Zeitpunkt woanders neuangesiedelt zu werden.

Am Nachmittag des 7. April gelingt Vrba, der sich mit Alfréd Wetzler zusammengetan hat, schließlich die Flucht. Die beiden versecken sich im Hohlraum eines Holzstoßes. Sie wissen, dass ihre Abwesenheit am Abend, wenn durchgezählt wird, auffallen wird. Sie wissen auch, dass die Nazis drei Tage intensiv nach ihnen suchen werden. Deshalb verlassen sie ihr Versteck erst am 10. April. Sie flüchten in ihre slowakische Heimat und übergeben Vertretern des Judenrates einen detaillierten Bericht über die Organisation sowie die wahre Funktion des Lagers. Ihre große Hoffnung - das Ende der Deportationen in Richtung Auschwitz - erfüllt sich trotzdem nicht. Die Alliierten erhielten zwar rasch Kenntnis über den Bericht von Vrba und Wetzler, zu Bombardierungen des Lagers kam es aber nicht. Im August, September und Dezember 1944 gab es Angriffe US-amerikanischer Bomber auf Industriebetriebe in der Region um Auschwitz. Ob es richtig war, den Lagerkomplex, Gaskammern oder Eisenbahntrassen nicht zu bombardieren, wird bis heute diskutiert.

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