Papierindustrie bleibt verlässlicher Partner der Forstwirtschaft

Schwieriges Jahr für Zellstoffbetriebe - Reduktion der Importmenge um 20 Prozent

Wien (OTS/PWK046) - Auch im schwierigen Produktionsjahr 2014 ist
die heimische Papierindustrie ein zuverlässiger Partner der österreichischen Forstwirtschaft geblieben. Insgesamt haben die Unternehmen - trotz Produktionsausfällen in einigen Zellstoff-Werken - insgesamt wieder 8 Millionen Festmeter Holz zu hochwertigen Produkten verarbeitet. Durch gemeinsame Anstrengungen haben die Fabriken auch zusätzliche Holzmengen kurzfristig abgenommen, die im Sommer und Herbst durch regionale Schadensereignisse angefallen sind.

Für die österreichischen Zellstoffbetriebe war das Jahr 2014 von einigen Schwierigkeiten gekennzeichnet. Durch die Explosion eines Laugenkessels im größten österreichischen Zellstoffwerk in Pöls (Steiermark) reduzierte sich der Jahresholzeinsatz der Branche insgesamt um rund 4 Prozent, verglichen mit 2013. Zusätzlich war das abgelaufene Jahr für die Forstwirtschaft von regionalen Schadensereignissen geprägt, die kurzfristig große Holzmengen zur Folge hatten.
Die Papierbranche stand hierbei vor der Herausforderung, die ungeplant angefallenen Mehrmengen rasch abzunehmen. Im Zusammenhang von Windwürfen und Eisbruch bewährte sich eine neu eingerichtete Task-Force zwischen den steirischen Waldeigentümervertretern und den Papierfabriken.

Durch die Reduktion der Importmenge um fast 20 Prozent gelang es den Betrieben, den Holzmehranfall zwischenzulagern und zu verarbeiten. "Für die Papier- und Zellstoffindustrie hat Holz aus Österreich absoluten Vorrang. Eine zuverlässige und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der österreichischen Forstwirtschaft ist für uns deshalb sehr wichtig," sagt dazu Alfred Heinzel, Präsident der Austropapier - Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie. Aber auch abseits von Schadensereignissen wünscht sich die Papierindustrie eine sichere, wettbewerbsfähige und langfristige Verfügbarkeit von Holz aus dem Inland, denn "die Importmengen liegen immer noch bei fast 3 Millionen Festmeter. Für uns ist das zusätzlich mit sehr hohen Transportkosten verbunden," fährt Heinzel weiter fort.

Die holzeinkaufenden Unternehmen der österreichischen Papierindustrie bezogen auch 2014 wieder rund 8 Millionen Festmeter (m3) Holz; davon waren 65 Prozent aus dem Inland, 35 Prozent mussten aus Importen gedeckt werden. Hintergrund des in den letzten Jahren gesunkenen Inlandsanteils ist das Spannungsfeld von stofflicher und thermischer Nutzung von Holz.
Die Papierindustrie fordert einen ressourcenschonenden Einsatz von Holz - die sogenannte kaskadische Nutzung: Die mehrfache Verwendung von Holz erzeugt 5 mal mehr Wertschöpfung und 10 mal mehr Arbeitsplätze, als die direkte Verbrennung von Holz. Erst am Ende der Kaskade, wenn die Holzfasern nicht mehr stofflich zu verwerten sind, sollte die darin enthaltene Energie genutzt werden. "Bestehende staatliche Anreizsysteme für die Verbrennung von Holz sind daher zu überdenken, wenn sie die hohe Wertschöpfung der Industrie massiv konterkarieren," folgert Alfred Heinzel. (us)

Austropapier - Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie

Austropapier repräsentiert - gemeinsam mit dem Fachverband der Papierindustrie - die Unternehmen der österreichischen Papierindustrie. 24 Betriebe erzeugen jährlich fast 5 Millionen Tonnen Papier, Karton und Pappe. Sie stellen fast 8.000 Arbeitsplätze direkt bereit und tragen zur Einkommenssicherung von hunderttausenden Menschen in der heimischen Forst- und Holzwirtschaft, in der Papier und Pappe verarbeitenden Industrie und dem Druck- und Grafik-Sektor bei.
Papier begleitet uns Tag für Tag in vielen wichtigen Produkten. Der Einsatz der erneuerbaren Rohstoffe Holz und Altpapier, die Wiederverwertung der Rückstände als Rohstoff, höchste Energieeffizienz der Anlagen und enorme Investitionen zur Verbesserung der Umweltsituation gehören zu den Grundpfeilern der nachhaltigen Wirtschaftsweise. Mit modernen und gut bezahlten Green-Jobs, konsequenter Aus- und Weiterbildung sowie der Bündelung von Forschung, Entwicklung und Innovation sichert der Sektor nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Standorte.

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