Die Angst nach Terroranschlägen - Was löst sie in der menschlichen Psyche aus?

Wien (OTS) - Terror und dramatische Ereignisse, wie die Anschläge von Paris, verunsichern die Bevölkerung und produzieren Ängste. Das ist, laut Experten, eines der wichtigsten Ziele des Terrorismus. Einerseits ist es die physische Gewalt die schockiert, andererseits ist es die Angst und die Einschüchterung, die die Menschen noch lange Zeit begleiten kann. Was Menschen vor allem verunsichert, ist das Unbekannte, Unberechenbare und nicht Einzuschätzende.
Menschen mit Angststörungen sind in solchen Zeiten stark verunsichert und reagieren verstärkt mit übertriebenen Ängsten.

Das seelische Gleichgewicht leidet

Dramatische Ereignisse verursachen auch bei gesunden Menschen Angstreaktionen. Realistisch denkenden und stabilen Persönlichkeiten ist klar, dass man sich nicht umfassend vor Terroranschlägen schützen kann; sie bedenken auch, dass eine normale Wachsamkeit in diesen Zeiten angebracht ist, lassen sich aber trotzdem nicht den Alltag trüben. Von psychisch belasteten Personen kann diese Angst nicht mehr bewältigt werden. Sie haben Schwierigkeiten, ihre Ängste und Gedanken unter Kontrolle zu bringen, sind ruhelos, reizbar, schnell erschöpft und leiden mitunter an Schlafstörungen.

Was kann man gegen die Angst tun?

Betroffene sollten sich mit der Angst auseinandersetzen, sie den konkreten Ereignissen bzw. Auslösern zuordnen, sich aber im Alltag nicht von ihr lähmen lassen. Menschen mit Angststörungen brauchen das Gespräch, stabile Beziehungen und die konstruktive Auseinandersetzung mit ihrer Angst. Dies alles bietet Psychotherapie, ob im Einzelgespräch oder in der Gruppe.
Jeder, dem es so ergeht, sollte sich Hilfe und Beratung holen.

Gesundheitssystem muss einlenken - Psychotherapie muss für ALLE möglich sein

Psychische Gesundheit ist besonders in krisenreichen Zeiten ein wichtiger Faktor, um die Krise unbeschadet zu überstehen. Solche Ereignisse führen, durch die gravierende Unterversorgung der psychischen Gesundheit in Österreich, zu noch mehr psychischen Erkrankungen.

Nicht technologische Waffen, sondern langfristige Stabilisierung verunsicherter Menschen, sollte im Fokus der Versorgungspolitik stehen und würde zur Verbesserung des Gesundheitssystems beitragen. In diesem Sinne wünscht sich der ÖBVP ein Einlenken der österreichischen Gesundheitspolitik für uneingeschränkt zugängliche Psychotherapie für Betroffene, nicht nur im extremen Krisenfall, sondern generell, um das Niveau der psychischen Gesundheit anzuheben.

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Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie
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