Filmfonds Wien: 2,5 Millionen Euro für neue Kinoprojekte von Kreutzer, Ostrowski und Boote

Förderzusagen des Filmfonds Wien zur 1. Jurysitzung 2015

Wien (OTS) - Mit seinem ersten Spielfilm inszeniert Michael Ostrowski einen Kinostoff aus der Feder Michael Glawoggers und knüpft damit an "Nacktschnecken" und "Contact High" an. Die aktuell vom Filmfonds Wien geförderten Projekte lancieren vielversprechende Komödien, Nachwuchsfilme und Arbeiten weiblicher Filmschaffender wie Marie Kreutzer. Werner Bootes neuer Dokumentarfilm zum Thema Öko-Label und Öko-Wahrheit wurde ebenfalls gefördert.

Bei der ersten Sitzung im Jahr 2015 erteilte die Jury, bestehend aus Jakob Claussen, Katharina Dufner, Gabor Greiner und Gerlinde Seitner, insgesamt 11 Projekten eine Zusage - eine Fördersumme in Höhe von 2.565.100 Euro wurde vergeben.

Sieben Projekte erhalten Herstellungsförderung in Gesamthöhe von 2.413.500 Euro.

Hip, urban, erfolgreich - Lebenssituation und -entwurf dreier Paare, Ende dreißig, sind irgendwo zwischen wertebewusster Bürgerlichkeit und freiheitsliebendem Hippietum angesiedelt. Dies jedoch ändert sich mit der Ankunft des Nachwuchses dramatischer als erwartet. Regisseurin Marie Kreutzer ( "Gruber geht") thematisiert in ihrem dritten Spielfilm WAS HAT UNS BLOSS SO RUINIERT das Elternwerden in Zeiten "allgemeinen Wohlstands" und selbstbestimmter Sorglosigkeit. Novotny & Novotny produziert den Ensemblefilm mit Pheline Roggan, Florian Horwath, Marcel Mohab und Pia Hierzegger in den Hauptrollen.

Sex, Drugs, Rock'n'Roll - die Komödie HOTEL ROCK'N'ROLL komplettiert die mit "Nacktschnecken" und "Contact High" begonnene Trilogie. Der in Zusammenarbeit mit Michael Glawogger erarbeitete Stoff wird von Michael Ostrowski und Co-Regisseur Helmut Köpping ("Kotsch") umgesetzt, Ostrowskis erste Regiearbeit. Darin versucht Mao mit ihren Musikerfreunden, im geerbten Landhotel den Rock'n'Roll-Spirit wieder aufleben zu lassen. Behaupten müssen sich die Helden dabei gegen die feindliche Konkurrenz, einen falschen Gärtner und ihre eigene Unfähigkeit - es spielen Pia Hierzegger, Michael Ostrowski und Gerald Votava neben Georg Friedrich, Detlev Buck und Hilde Dalik.

Russen, Wien, Culture-Clash - Debütantin Elena Tikhonova strickt mit KAVIAR eine rasante Geschichte um einen russischen Oligarchen, der -mit den nötigen Mitteln ausgestattet - ein wahnwitziges Bauprojekt in Wien realisieren will. Dafür nötig ist ein korruptes Netzwerk aus Wirtschaft und Politik, das jedoch nicht mit betrogenen Frauenherzen rechnet, die die geldgierigen Pläne durchblicken und durchkreuzen. Die Multi-Kulti-Satire wird von Witcraft Szenario produziert, in den Hauptrollen sind Merab Ninidze, Chulpan Khamatova und Sabrina Reiter zu sehen.

Gefangen zwischen Wünschen und Widersprüchen ist das Ensemble im Drama AUF REISEN. Regisseur und Autor Michael Kreihsl verwebt darin eine Reihe von Geschichten einer Großstadt, in der sich Wege kreuzen, die zwischenmenschliche Interaktion jedoch scheitert und die Menschen schließlich kommunikationslos auf ihre inneren Sehnsüchte, Zweifel und Pläne zurückgeworfen bleiben - eine Produktion der Wega Film mit Norman Hacker, Gerti Drassl und Otto Schenk.

Produkte sollen nachhaltig, fair und umweltverträglich hergestellt sein - Konzerne aus den unterschiedlichen Industriezweigen versichern uns dieser Qualitäten Tag für Tag. Zu Recht? Filmemacher Werner Boote und die deutsche Buchautorin Kathrin Hartmann begeben sich im Dokumentarfilm GREEN als Good-Cop/Bad-Cop auf die Suche nach Antworten, was Nachhaltigkeit, "Green-Washing" und Öko-Labels betrifft, und stellen Chefs und Marketer auf den Prüfstand.

In Anlehnung an eine historische Begebenheit beschreibt der dokumentarische Spielfilm LILLIAN von Andreas Horvath die Geschichte einer jungen, russischen Frau, die eines Tages unvorhergesehen und scheinbar ohne Motiv aus ihrer gewohnten Umgebung ausbricht, um aus den USA zu Fuß zurück nach Russland zu gehen. Parallel zu ihrem Weg erzählt der Film dokumentarisch von den Gegenden, die sie durchwandert - eine Produktion der Ulrich Seidl Film.

WIEN VOR DER NACHT ist eine essayistische Zeitreise des französischen Dokumentarfilmers Robert Bober. Anhand der Geschichte seines Großvaters unternimmt er eine persönliche Auseinandersetzung mit der Stadt Wien und deren kulturellem Leben vor der Shoah, das geprägt war von jüdischen Intellektuellen wie Stefan Zweig, Arthur Schnitzler, Joseph Roth, Franz Werfel und Sigmund Freud.

Vier Projekte erhalten Projektentwicklungsförderung in Gesamthöhe von 151.600 Euro.

Neues von Ulrich Seidl, der an seinem ersten historischen Stoff arbeitet: Mit schonungslosem dokumentarischen Realismus folgt er in DER GRASEL der Geschichte des Johann Georg Grasel, einem österreichischen Räuber, Dieb und Totschläger, dessen Mythos um 1800 begann.

DAS POLYKRATES SYNDROM, so nennt Artur, Enddreißiger, in Peter Payers Drehbuch sein Geschick, im Streben nach großem Glück maximales Unglück zu erleben. Als eine junge Frau in sein mäßiges Eheleben tritt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Eine schwarze Komödie der Prisma Film, besetzt mit Birgit Minichmayr und Simon Schwarz.

Die junge MATI kämpft im gleichnamigen Spielfilm um ihre erste Liebe, während der Bau der elterlichen Villa ins Stocken gerät. Die so stabil scheinende familiäre Situation gerät immer mehr ins Wanken. Katharina Mücksteins zweiter Langfilm (nach "Talea") wird von Nikolaus Geyrhalter Film produziert.

Der neue Trend des Teilens ist als Gegenbewegung zum Konsumwahn der vergangenen Jahrzehnte zu verstehen. Im Dokumentarfilm MEET THE COMMONS untersuchen Thomas Grusch und Elisabeth Krimbacher Food-Coops, Car-Sharing und weitere Phänomene der "Sharing Community".

Weitere Informationen zu den geförderten Projekten finden Sie unter
http://www.filmfonds-wien.at/foerderung/aktuelle-zusagen.

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