Oberhauser: Mit modernem Gesetz zur Fortpflanzungsmedizin schließt Österreich an internationale Standards an

"Präimplantationsdiagnostik kann viel menschliches Leid verhindern"

Wien (OTS/SK) - Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser hat heute, Mittwoch, bei der Debatte zum Fortpflanzungsmedizingesetz betont, dass es sich dabei um ein fortschrittliches und ausgeglichenes Gesetz handelt. "Es geht dabei nicht um die Frage nach dem perfekten Kind", stellte Oberhauser klar. Bei den strengen Regelungen, die in Ausnahmenfällen eine Präimplantationsdiagnostik (PID) erlauben, gehe es vielmehr darum, an internationale Standards anzuschließen und Menschen mit Kinderwunsch unter Umständen viel Leid zu ersparen. "Das, was im Ausland bereits möglich ist, wird nun auch in Österreich unter strengen Voraussetzungen möglich", begrüßte Oberhauser die österreichische PID-Regelung.****

Seit Langem gibt es in Österreich Möglichkeiten der pränatalen Diagnostik, dazu zählen etwa Ultraschall- oder Fruchtwasseruntersuchungen. "Bei der Präimplantationsdiagnostik geht es darum, den Fötus bereits vor der Einpflanzung in den Mutterleib auf schwerwiegende, oft lebensbedrohliche (Erb-)Krankheiten zu untersuchen", erklärte die Gesundheitsministerin. Bisher waren Betroffene gezwungen, solche Untersuchungen im Ausland vorzunehmen. "Was soll daran falsch sein, dass diese Praxis nun auch in Österreich und zwar unter sehr, sehr strengen Auflagen möglich wird?", fragte Oberhauser. Das neue Gesetz gebe Paaren unter bestimmten Voraussetzungen lediglich die Möglichkeit, zu entscheiden, ob sie eine PID vornehmen wollen oder nicht. Sie seien aber nicht länger gezwungen, "eine Schwangerschaft auf Probe" einzugehen oder ins Ausland zu reisen, um medizinisch unterstützte Fortpflanzung nach dem neuesten Stand der Medizin durchzuführen, führte Oberhauser aus. Die PID betreffe etwa rund 30 Fälle im Jahr.

Die Gesundheitsministerin begrüßte auch, dass es für lesbische Paare in Österreich nun möglich ist, legal eine Samenspende Dritter zu erhalten. Das sei auch ganz im Sinne des Kindeswohls, betonte Oberhauser. Bisher waren lesbische Paare mit Kinderwunsch entweder auf Bekannte oder auf Samenspenden aus dem Ausland angewiesen. Nun könne medizinisch unterstützte Fortpflanzung ganz legal in Österreich erfolgen. "Außerdem haben die Kinder bei uns ein Recht, später zu erfahren, wer ihr leiblicher Vater ist", erklärte Oberhauser.

Die Modernisierung des Fortpflanzungsmedizingesetzes wurde in Österreich lange und ausführlich diskutiert, betonte die Ministerin:
"Seit 2004 wurde die Frage behandelt, wie das Gesetz an die medizinische Entwicklung angepasst werden soll." Oberhauser bedankte sich abschließend bei ÖVP, Grünen und NEOS für die konstruktive, aber auch "kontroversielle Diskussion". (Schluss) sc/ve

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