WKÖ: Sozialer Ausgleich in Österreich gut ausgeprägt

Hochhauser: Österreich bei Einkommensverteilung top - Steuern und Abgaben zu hoch. Wirtschafts- und Arbeitsstandort Österreich kann sich keine neuen Steuern leisten

Wien (OTS/PWK045) - Bezugnehmend auf den heute veröffentlichten Sozialbericht des Wirtschaftsforschungsinstituts, der Statistik Austria und des Sozialministeriums betont Anna-Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), "dass die Tatsache, dass die Armut in Österreich im Vergleich zum Rest Europas sinkt, positiv ist, aber dennoch Handlungsbedarf erfordert. Wir stehen bei der sozialen Sicherheit viel besser da als die meisten europäischen Länder. Die Wirtschaftskammer setzt sich aber im Rahmen der Steuerreform für eine Senkung des Eingangssteuersatzes bei der Lohn- und Einkommensteuer ein."

Hochhauser weist aber darauf hin, dass Österreich in Bezug auf die Einkommensverteilung sehr gut abschneide. Der international anerkannte so genannte Gini-Koeffizient beim verfügbaren Einkommen von 0,26 (OECD-Schnitt 0,3) bestätige, dass die österreichische Einkommensverteilung im internationalen Vergleich besonders günstig ist. Wird die Umverteilungswirkung betrachtet, so befinde sich Österreich im OECD-Vergleich sogar an erster Stelle. Hochhauser: "Der soziale Ausgleich ist in Österreich besonders stark ausgeprägt." Die Umverteilung durch das Steuer- und Transfersystem reduziere den Gini-Koeffizienten für die Einkommensverteilung (0=völlige Gleichverteilung, 1=maximale Ungleichverteilung) von 0,47 (Bruttoeinkommen) auf 0,26 (Nettoeinkommen). Somit liegt Österreich mit einer Differenz des Gini-Koeffizienten zwischen Brutto- und Nettoeinkommensverteilung von 0,21 an der OECD-Spitze. Das Nettopensionsvermögen ist durch die gesetzliche Mindest- und Höchstpension sogar noch gleicher verteilt als das Nettovermögen.

Die starke Umverteilung habe aber auch ihren Preis, so Hochhauser. Der Anteil der Steuern und Sozialabgaben am BIP betrage in Österreich bereits über 40 Prozent: "Wir sind damit im OECD-Vergleich ein absolutes Hochsteuerland. Auch ist zu berücksichtigen, dass 10% der Lohnsteuerpflichtigen 52% des Lohnsteueraufkommens zahlen. Die Steuerschraube darf daher nicht noch weiter zugedreht werden. Noch höhere Steuern oder neue Steuern auf Eigentum würden den Wirtschafts-und Arbeitsstandort Österreich erheblich unter Druck setzen. Das kann sich unser Land gerade in wirtschaftlich fordernden Zeiten nicht leisten", so Hochhauser abschließend. (BS)

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