Industrie zur Bildungsreformkommission: Lösungen statt Ideologie

IV-GS Neumayer: Fokus auf Qualität in Elementarbildung und Pflichtschule legen - Schule der Zukunft braucht inhaltliche Arbeit statt Strukturdebatten

Wien (OTS/PdI) - "Wir müssen endlich die Ideologien über Bord werfen und die wirklich grundlegenden Bildungsfragen anpacken", richtete der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer heute, Mittwoch, einen klaren Appell an die Mitglieder der morgen erstmals tagenden Bildungsreformkommission der Bundesregierung. "Wir erwarten uns, dass man die seit Jahren bekannten, großen Bildungsbaustellen entschlossen angeht, sich der bildungspolitisch relevanten Inhalte annimmt und gemeinsam an konstruktiven Lösungen arbeitet", so Neumayer, denn "Reformen im elementaren Bildungsbereich oder die Qualität in der Pflichtschule -das sind Fragen, denen man sich am besten schon vorgestern hätte widmen müssen." Außerdem brauche es eine Verständigung auf gemeinsame Bildungsziele für Gesellschaft und Wirtschaft sowie die ehrliche Beantwortung der Frage: Was sind die richtigen Unterrichtsinhalte für das 21. Jahrhundert? Darum müsse man sich kümmern, denn es gehe nicht darum, wer die "Macht" in Bildungsthemen habe. Neumayer warnte in diesem Zusammenhang vor den üblichen "Struktur- und Verwaltungsscharmützeln" und plädierte dringend dafür, altbekannte Bund-Länderdenkmuster ad acta zu legen, denn: "Nur ohne diese Scheuklappen können echte Veränderungen im Bildungssystem tatsächlich möglich gemacht werden."

Die IV habe in ihrem im November vorgestellten Konzept "Beste Bildung" bereits skizziert worauf es ankomme, um in einer gemeinsamen Schule der 6- bis 14-Jährigen eine Top- Bildungsqualität an der Spitze, aber auch in der Breite sicherzustellen: "Ein vielfältiger, moderner Unterricht, bestausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen, Individualisierung und Förderung von Stärken und Leistung, eine mittlere Reifeprüfung als aussagekräftiger und mit Kompetenzen verbundener Abschluss im Rahmen einer neuen Bildungspflicht, verschränkter Ganztagsunterricht und optimale Rahmenbedingungen für alle im schulischen Umfeld sowie eine professionelle Schulleitung, die in finanzieller, pädagogischer und personeller Autonomie verantwortlich agiert. Das sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren für eine leistungsorientierte Schule mit besserer Bildungsqualität", führte der IV-Generalsekretär aus.

Struktur muss inhaltlichen Prioritäten folgen, nicht umgekehrt

Die Fokussierung auf die Inhalte bedeute nicht, Strukturfragen gänzlich aus der Debatte auszuklammern. "Aber", so Neumayer, "die Struktur muss den inhaltlichen Prioritären folgen. Man sollte sich bei Strukturdebatten immer daran orientieren, ob am Ende eine Verbesserung der Bildungsqualität und mehr Chancengerechtigkeit für alle gelingen. Ob Schule insgesamt fördernder, motivierender und leistungsorientierter wird. Ob genügend Freiräume für pädagogisches Handeln ermöglicht werden." Was jedenfalls zu vermeiden sei, sind Debatten um der Struktur oder der politischen Machtverteilung willen. Dies führe automatisch zu rein interessenspolitisch geleiteten Diskussionen, wie etwa jene um die "richtige" Schulgröße. "Solche Diskussionen bringen uns und vor allem die Schülerinnen und Schüler nicht weiter", bekräftigte der Generalsekretär abschließend.

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