Karmasin: "115 Anrufe in 50 Tagen geben uns Recht: Einrichtung der Beratungsstelle Extremismus war gut und wichtig!"

Hohe Akzeptanz der Beratungsstelle bei Angehörigen und Multiplikatoren

Wien (OTS) - "Die ersten Erfahrungen der Beratungsstelle Extremismus zeigen: es war gut und wichtig diese Anlaufstelle für Angehörige einzurichten und sie kam eindeutig zum richtigen Zeitpunkt. In den ersten 50 Tagen seit Beginn der Beratungsstelle gab es bereits 115 dokumentierte Anrufe, 28 Anrufe davon waren von besorgten Angehörigen. Das zeigt uns eindeutig, dass der Bedarf absolut gegeben ist", erläuterte Familien- und Jugendministerin Sophie Karmasin bei der heutigen Pressekonferenz zur ersten Zwischenbilanz der Beratungsstelle Extremismus.

"Der Vergleich mit Deutschland, wo im Jahr "nur" rund 500 Anrufe bei der Beratungsstelle eingehen, zeigt auch, dass die Entscheidung die Beratungsstelle im Bundesministerium für Familien und Jugend und nicht etwa bei polizeilichen Behörden anzusiedeln, eindeutig die richtige war. Wir haben die Empfehlung die Beratungsstelle auf "neutralem" Boden anzusiedeln aufgenommen und die große bisherige Akzeptanz gibt uns Recht, denn viele Betroffene haben eine Hemmschwelle bei einer Beratungsstelle anzurufen, wo ein Exekutivbeamter abhebt", so die Familienministerin.

Bisher gab es 27 Fälle von religiös motiviertem Extremismus und einen Fall von Rechtsextremismus. In 17 Fällen ging es um Buben, in 11 Fällen um Mädchen und es gab insgesamt 11 Fälle von Jugendlichen die zum Islam konvertiert sind und deren Angehörige Besorgnis äußerten. Seit den Attentaten in Paris konnte eine erhöhte Anruferzahl festgestellt werden, derartige Ereignisse führen oftmals zu verstärkter Wahrnehmung, bestätigte die Leiterin der Beratungsstelle Extremismus Verena Fabris.

"Wir haben bereits persönliche Beratungsgespräche mit 9 Betroffenen abgehalten, drei Mal wurde auch im Einverständnis mit den Angehörigen der Verfassungsschutz informiert", Fabris. Es gäbe auch bereits positive Fälle: so konnte beispielsweise ein junges Mädchen, welches einen Salafisten geheiratet hatte, wieder mit seiner Familie vereint und beim Ausstieg aus der Salafisten-Szene aktiv betreut und unterstützt werden.

Prävention ist ebenfalls ein zentraler Ansatz der Beratungsstelle und der Jugendarbeit, um der hohen Nachfrage nach Informationen und Weiterbildungsangebote nachzukommen, wurden bereits 12 Fortbildungsseminare abgehalten mit rund 200 Teilnehmern. Manuela Synek vom Jugendprojekt Back Bone 20 in Wien Brigittenau arbeitet mit Jugendlichen um bereits erste Radikalisierungstendenzen frühzeitig abzufangen. "Es ist wichtig, die Jugendlichen frühzeitig in einen Dialog einzubinden, sodass eine Radikalisierung und Abschottung erst gar nicht stattfindet", erläuterte Synek.

"Ich freue mich auch, dass im Zuge des Sicherheitspaketes welches meine Kollegin Innenministerin Johanna Mikl-Leitner gestern vorgestellt hat, rund 12 Millionen Euro für das Thema Prävention vorgesehen sind. Das ist ein wichtiger Beitrag um der Herausforderung zunehmender Radikalisierung frühzeitig entgegen zu wirken", so Bundesministerin Karmasin abschließend.

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