Akademikerball: Wiener Polizei übt Zensur bei Akkreditierung von Journalisten

ÖJC-Präsident Turnheim: "Nur mehr polizeigenehme Journalisten werden akkreditiert." - Rücktritt von Wiener Landespolizeipräsident gefordert.

Wien (OTS/ÖJC) - Im Vorfeld zum Akademikerball kommt es bereits zu den ersten Verstößen der Wiener Polizei gegen die freie Berichterstattung. Weil der Österreichische Journalisten Club (ÖJC) die skandalösen Vorgänge bei der Schikanierung von Journalisten, die im Vorjahr unabhängig vom Akademikerball und den sicherheitspolizeilichen Maßnahmen berichten wollten, öffentlich und mehrfach kritisiert hat, werden heuer keine Journalisten und Pressefotografen akkreditiert, die dem österreichischen Journalisten Club angehören. Vielmehr will nun das von Journalistengewerkschaft und Herausgeberverband getragene Kuratorium für Presseausweise im Auftrag der Polizei jene Journalisten aussuchen, die vom Akademikerball unter Polizeischutz berichten dürfen. Tagelange Gespräche des ÖJC mit der Wiener Polizei und dem Innenministerium haben leider nicht zu dem Ergebnis geführt, dass eine unabhängige, journalistische Berichterstattung über die Vorgänge im Platzverbot möglich ist.

ÖJC-Präsident Fred Turnheim kritisiert scharf dieses Vorgehen der Landespolizeidirektion Wien. "Dies ist ein glatter Verstoß gegen die Pressefreiheit und die Unabhängigkeit des Journalismus in Österreich, das ist Metternich pur", so ÖJC-Präsident Fred Turnheim in einer Aussendung. Die Anerkennung des Presseausweises von nur genehmen Journalistenorganisationen zeigt das undemokratische Gesicht der Wiener Polizei. Die Polizei kann sich nicht aussuchen, wer ein Journalist ist - oder nicht.

Wenn es im Vorfeld des Akademikerballs schon zu solchen unobjektiven Maßnahmen der Wiener Polizei kommt, kann man sich schon jetzt ausmalen, wie diese Polizeibeamten dann unter Stress am Veranstaltungsabend fungieren werden.

Im Sinne von Karl Kraus, kann man hier nur sagen: "Herr Landespolizeipräsident, treten Sie zurück!"

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