Spitalsärzte: Kritische Situation für 12.000 Ärztinnen und Ärzte

ÖÄK-Präsident Wechselberger: Politik muss ihrer Verantwortung nachkommen - faire Lösungen dringend erforderlich - erste Versorgungsmängel bemerkbar

Wien (OTS) - Die Politik müsse endlich ihrer Verantwortung nachkommen und umgehend faire, marktkonforme Lösungen für die Spitalsärzteschaft finden. Das fordert der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Artur Wechselberger, am Mittwoch in einer Aussendung. "Derzeit ist die Situation für rund 12.000 Kolleginnen und Kolleginnen noch immer nicht geklärt. Das ist unzumutbar", so Wechselberger.

Die Protestkundgebung in Wien habe eindrucksvoll gezeigt, dass die Ärzteschaft sich von der Politik nicht auf der Nase herumtanzen lassen wolle. Mit unzulänglichen, halbgaren Lösungen werde man sich nicht zufriedengeben, betonte der ÖÄK-Präsident. Bedenklich sei die Situation in Kärnten: "Dass hier über die Ärzteschaft im Wesentlichen quasi drübergefahren werden soll, ist äußerst fragwürdig und Besorgnis erregend", sagte Wechselberger.

Auch in Tirol spitze sich die Situation weiter zu, sowohl in den Spitälern der Tilak als auch in den Bezirkskrankenhäusern. Wechselberger: "Das liegt sicherlich nicht an mangelnder Gesprächsbereitschaft der Kolleginnen und Kollegen." Es gebe zwar immer wieder Gespräche, diese seien bislang aber ergebnislos verlaufen. "Wir haben hier eine echte Krisensituation vorliegen. Erste Einschränkungen, etwa verschobene Operationen, sind bereits deutlich spürbar", so Wechselberger. Anstatt die Ärzteschaft immer wieder zu vertrösten und endgültige Ergebnisse bis Juni anzukündigen, solle die Politik endlich auf die Ärzteschaft hören. "Wenn bis Juni gewartet wird, ist die Versorgung gefährdet", warnte der ÖÄK-Präsident.

Offen sei die Situation auch für die oberösterreichischen Spitalsärztinnen und -ärzte. Hier würde das Agieren der Politik als Druck empfunden, die Ärzteschaft möge das Opt-Out unterschreiben und ein Angebot annehmen, das keine Verbesserungen bringe und das auch nicht schriftlich vorliege. "Auch hier wird noch weiter verhandelt, und auch hier zeigt die Ärzteschaft Einigkeit und Geschlossenheit", so Wechselberger.

Der ÖÄK-Präsident forderte die Politik eindringlich auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen und die Versorgungssicherheit durch die Spitäler wiederherzustellen. Weitere Verzögerungen in den Verhandlungen würden gravierende Defizite nach sich ziehen, etwa lange Wartezeiten in Spezialambulanzen oder die Verschiebung bereits geplanter Operationen. "Das ist nicht im Interesse der Ärzteschaft, und ganz sicher nicht im Interesse unserer Patientinnen und Patienten", so Wechselberger abschließend. (slv)

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