FWF sieht großen Bedarf an Open Access

Der FWF optimiert seine Open Access Policy und passt sie internationalen Entwicklungen weiter an. Daneben werden weitere Kooperationen mit Verlagen verhandelt und abgeschlossen.

Wien (OTS/FWF) - Eine vom FWF beauftragte Umfrage hat ergeben, dass über zwei Drittel der Wissenschafterinnen und WIssenschafter einen hohen bis sehr hohen Bedarf am freien Zugang zu wissenschaftlichen Publkationen und Forschungsdaten (Open Access) sehen.

Auf Basis dieser Befunde, der Studie "Developing an Effective Market for Open Access Article Processing Charges" (beauftragt von FWF, Wellcome Trust, Research Councils UK u.a.), der Analyse der FWF-Publikationskosten sowie weiterer internationalen Entwicklungen hat der FWF seine Open Access Förderungspolitik angepasst.

I. Open Access Policy

- In allen Programmen, die keine Budgetobergrenzen haben, sollen, abhängig von der Forschungsthematik, zukünftig Mittel für die Aufbereitung, die Archivierung, den offenen Zugang und die Nachnutzung von Forschungsdaten budgetiert werden.

- Eine Verpflichtung zu Open Access gibt es seit 2008. In einer Übergangsphase wurde auf eine flächendeckende Ergebniskontrolle verzichtet. Wie auch bei anderen Förderungsorganisationen üblich, werden ab 1.1.2016 keine Endberichte mehr abgenommen, in denen nicht alle referierten Publikationen als Open Access ausgewiesen sind. Ausnahmefälle, bei denen nachweislich keine Open Access möglich war, können berücksichtigt werden.

II. Publikationskosten

1. Direktverrechnungen mit Verlagen

Das österreichischen Bibliothekenkonsortium (KEMÖ), der FWF und IOP Publishing haben letztes Jahr eines der weltweit ersten Modelle entwickelt, durch das die Subskriptionspreise von Fachzeitschriften in dem Umfang sinken wie die Kosten für Open Access durch den FWF übernommen werden. Dieses Modell ist soeben auf den Verlag Taylor & Francis ausdehnt worden. Mit diesem Abkommen werden vor allem die Geistes- und Sozialwissenschaften gestärkt, weil Taylor & Francis ein besonders breites Angebot in diesen Disziplinen anbietet.

Weitere Verhandlungen werden in den nächsten Monaten geführt, die zu noch umfassenderen Abkommen wie z.B. in den Niederlanden führen sollen.

2. Referierte Publikationen

Um zu vermeiden, dass einige Verlage die Preise stetig erhöhen, führt der FWF für Projekte, die ab 1. November 2014 gefördert werden, Obergrenzen ein bzw. erstattet einige Kosten nicht mehr zusätzlich zum Projektbudget.

a) Gold Open Access: Die Gebühren für Open Access Zeitschriften werden mit 2.500 Euro pro Artikel gedeckelt. Liegen diese darüber, kann die Differenz weiterhin über das Globalbudget bzw. aus anderen Quellen gedeckt werden.

b) Hybrid Open Access: Der Freikauf für Open Access aus Subskriptionszeitschriften wird mit 1.500 Euro pro Artikel gedeckelt. Liegen die Kosten darüber, kann die Differenz weiterhin über das Globalbudget bzw. aus anderen Quellen gedeckt werden.

c) Andere Publikationskosten: Kosten wie u.a. submission fees, page charges und Farbabbildungen, die von Subskriptionszeitschriften erhoben werden, können nicht mehr zusätzlich beantragt werden. Bei Bedarf können die Kosten aber weiterhin über das Globalbudget oder andere Quellen gedeckt werden.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass neben kostenpflichten Optionen auch immer die Option des Green Open Access (Selbstarchivierung) sowie eine Reihe von kostenfreien Open Access Zeitschriften zur Verfügung stehen.

3. Selbstständige Publikationen

Das Programm "Selbstständige Publikationen" wird für die Beantragung von neuen, webbasierten Publikationsformaten (bspw. Apps, Wiki-Modelle, wissenschaftlich kommentierte Datenbanken oder Websites; Audio-, Video- oder animierte Publikationen, u.a.) erweitert.

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Scholarly Communication (inkl. Open Access, Scientometrics)
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