AKV-Kukacka: VfGH-Entscheidung zu Adoptionsrecht hat höchst anzweifelbare politische Wertung getroffen

AKV begrüßt Klarstellung von Justizminister Brandstetter, dass am Rechtsinstitut Ehe festgehalten wird

Wien (OTS) - Nur schwer nachvollziehbar ist für die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV) das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs zum Adoptionsrecht für homosexuelle und lesbische Paare, stellt heute der Präsident der AKV Staatsekretär a.D. Mag. Helmut Kukacka fest.

Selbstverständlich seien die Einstellungen und die sexuelle Orientierung aller Menschen zu respektieren, aber nach Meinung der AKV gehe es beim Adoptionsrecht nicht darum, individuelle Elternwünsche zu befriedigen. Vielmehr hat dabei das Wohl des Kindes im Mittelpunkt zu stehen und dem Adoptivkind sind möglichst optimale familiäre Voraussetzungen zu bieten. Nach Meinung führender Kinderpsychologen sei es für das Aufwachsen von Jungen und Mädchen auch wichtig, dass diese sowohl männliche als auch weibliche Rollenbilder erleben.

Der VfGH habe bei seiner Entscheidung nach Meinung der AKV nicht ausreichend den Umstand gewürdigt, ob es sachlich gerechtfertigt und auch ausreichend fair gegenüber einem Adoptivkind ist, von vornherein eine Situation zu schaffen, in der es dauerhaft mit zwei Frauen oder zwei Männern als Eltern leben muss und damit diesem Adoptivkind ein Elternteil von Rechts wegen entzogen wird.

Es sei unverständlich, dass der VfGH dem Umstand, dass die Verbindung zweier Männer bzw. Frauen nicht dasselbe ist wie jene von Mann und Frau, rechtlich keine Bedeutung gegeben hat. Er hat mit dieser Entscheidung auch eine höchst anzweifelbare politische Wertung getroffen.

Es werde mit dieser Gleichstellung von heterosexuellen und homosexuellen bzw. lesbischen Paaren die gesellschaftliche Schutzwürdigkeit und besondere Rechtsstellung der Familie in Frage gestellt, denn letztlich ist die Gemeinschaft von Mann und Frau einzigartig, sie allein ist es ja, in der neues menschliches Leben entstehen kann. In einer dauerhaften Gemeinschaft von Vater und Mutter können die Kinder die günstigsten Bedingungen für ihr Heranwachsen finden. Das ist auch die Grundlage für die dauerhafte Existenz einer Gesellschaft, stellte Kukacka klar.

Schließlich seien die zuständigen Jugendämter angehalten, die besten Adoptionseltern für die Kinder zu finden, und der VfGH stellt dazu selbst fest: "Zweck der Adoption ist es, einem Kind bestmöglich geeignete Wahleltern zu verschaffen. Die gerichtliche Bewilligung ist nur zu erteilen, wenn die Adoption dem Kindeswohl entspricht und eine dem Verhältnis zwischen leiblichen Eltern und Kindern entsprechende Beziehung besteht oder hergestellt werden soll (VfGH, S.26/6.1.).

"Es ist deshalb unverständlich, dass der VfGH dem faktischen Unterschied zwischen Mann und Frau als Adoptiveltern für das Kindeswohl keine rechtliche Bedeutung mehr zumisst", erklärte Kukacka.

Im Übrigen begrüßt und unterstützt die AKV die Aussagen von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner und Justizminister Wolfgang Brandstetter, dass die ÖVP "das traditionelle Rechtsinstitut der Ehe zwischen Mann und Frau weiterhin als Leitbild fördern will", denn zwischen einer Ehe und einer eingetragenen Partnerschaft gebe es sachlich gerechtfertigte Differenzen.

Die Ehe solle deshalb aufrecht erhalten bleiben, und die AKV begrüßt es, dass der Justizminister keine Notwendigkeit sehe, das zu ändern. Die AKV habe aber Verständnis, wenn sachlich nicht gerechtfertigte Diskriminierungen beseitigt werden, meinte Kukacka, der aber gleichzeitig darauf hinwies, dass laut Artikel 12 der Menschenrechtskonvention eine Ehe aus Mann und Frau bestehe. Auf diesen Umstand habe kürzlich auch VfGH-Präsident Gerhart Holzinger hingewiesen, schloss Kukacka.

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