Schmidinger sieht keinen Bedarf für FH-Juristenausbildung

uniko zu Doktorat: Sicherstellung beruht auf wissenschaftlicher Exzellenz

Wien (OTS) - Die jüngsten Überlegungen der Fachhochschul-Konferenz (FHK), mittelfristig eine Reihe von Fächern an den Fachhochschulen (FH) anzubieten, bedürfen nach Ansicht der Universitätenkonferenz (uniko) einer differenzierten Betrachtungsweise. Am Beispiel der Rechtswissenschaften stellt sich dies so dar: Sollte damit die bereits praktizierte Eingliederung juristischer Inhalte in entsprechende FH-Studiengänge gemeint sein, spricht aus Sicht der uniko nichts dagegen. Für juristische Fachstudien brauche es allerdings auch künftig ein universitär ausgestaltetes Angebot, betont uniko-Präsident, Rektor Heinrich Schmidinger. "Allfällige juristische Studienangebote von Fachhochschulen können die erforderliche wissenschaftliche Qualifikation für den Zugang zu den entsprechenden Berufen nicht vermitteln." FH-Absolventen und -Absolventinnen liefen Gefahr, als minder qualifizierte Juristen und Juristinnen angesehen zu werden, die auch am Arbeitsmarkt benachteiligt wären.

Unabdingbare Voraussetzung für die Ausübung qualifizierter juristischer Berufstätigkeiten ist nach Ansicht der uniko eine wissenschaftliche Berufsvorbildung, wie sie nur durch Universitäten angeboten wird. Dies bestätigen die Berufsrechte für die reglementierten juristischen Berufe (Richter, Notar, Rechtsanwalt), die durchgängig und ausnahmslos ein rechtswissenschaftliches Studium an einer Universität als Voraussetzung für die Ausübung dieser Berufe vorschreiben, betont Schmidinger. Auch wenn heute nur mehr rund die Hälfte der Absolventen und Absolventinnen einen solchen "klassischen" juristischen Beruf ergreife: Die Voraussetzungen für gehobene juristische Berufstätigkeiten in anderen Bereichen, etwa in der Verwaltung oder bei Unternehmen, seien die gleichen. "Auch hier wäre es fatal, wenn es zu einer Zweiteilung zwischen qualifizierten Volljuristen und minder qualifizierten und auch schlechter bezahlten Absolventen und Absolventinnen von Fachhochschulen käme. Das kann auch nicht im Interesse der Studierenden liegen", ergänzt der uniko-Präsident.

Auf völliges Unverständnis stößt bei der uniko die FHK-Aussage, dass Berufstätigkeit ein "Ausschlusskriterium" für das Doktoratsstudium wäre und das Doktorat für Berufstätige nur durch die Kooperation mit FH "sichergestellt" werden könne. Für Schmidinger bieten alle Doktoratsstudien - und die damit verbundene Forschungstätigkeit -eine große zeitliche Flexibiltät, die auch den Bedürfnissen von Berufstätigen entgegenkomme. "Die Sicherstellung des Doktorats beruht immer noch auf wissenschaftlicher Exzellenz und entsprechender Forschungsinfrastruktur. Diese Bedingungen werden nur von forschungsstarken Universitäten erfüllt."

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