Stronach/Lugar: Bildungsreformkommission ist eine Farce

Wien (OTS) - Die von der Bundesregierung einberufene Bildungsreformkommission hat noch nicht einmal getagt, aber die Landeshäuptlinge scharren schon ungeduldig mit den Hufen, um mit ihren Forderungen ins Rennen zu gehen. So hat Niederösterreichs Landeshauptmann Pröll letzte Woche im Landtag deutlich artikuliert, dass er die Lehrer samt dazu gehöriger Personalentscheidungen in der Kompetenz des Landes sehen will. Bildungssprecher Robert Lugar vom Team Stronach sieht die Totalkapitulation der Bundesministerin vor den Landeshäuptlingen kommen und warnt vor der Dezentralisierung des Bildungssystems: "Dadurch, dass man ein schwächelndes System in neun Teile teilt, wird es nicht besser, sondern schlimmer!" Die einmalige Chance, dem sinkenden Niveau des Schulsystems den so dringend nötigen Ruck in Richtung Autonomie zu geben, wäre durch die Zersplitterung der Kompetenzen für immer verloren.

Es sei bekannt, dass die Bundesministerin das Bildungsressort eher als lästiges Übel neben dem Frauenressort ansieht und dass Sie die Agenden lieber heute als morgen los wäre. "Es wäre allerdings eine bodenlose Frechheit dem Steuerzahler gegenüber, die Bildungssprecher aller Parteien für zwei Tage in die Niederlande zu karren und diese dort mit scheinbaren Autonomieinteressen für das Bildungssystem einzulullen, während die Ministerin sich zwei Wochen danach mit den Landeshäuptlingen auf ein Packl haut und alle Kompetenzen abgibt", sagt Lugar.

Bis jetzt wurde schon jeder Posten vom Landesschulrat abwärts proporzmäßig besetzt, aber nun drohe die Totalpolitisierung der Schulen, warnt Lugar. "Was sollen wir von dieser Bildungsreformkommission erwarten, wenn wieder nicht jene eine Stimme bekommen, die es betrifft - nämlich Schüler, Eltern, Lehrer und Direktoren!" fragt Lugar, "Letzten Endes sind es ja wieder nur die Politiker, die sich den Braten teilen - und die davon wirklich Betroffenen gehen leer aus!"

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