Watchlist Praktikum macht dreiste Inserate öffentlich

Kampf gegen Umgehungsverträge von BerufseinsteigerInnen wird verschärft

Wien (OTS) - Seit einem halben Jahr kämpft die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) unterstützt vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BASK) und von der "Plattform Generation Praktikum" auf der Onlineplattform www.watchlist-praktikum.at für mehr Rechte junger ArbeitnehmerInnen: PraktikantInnen können auch rückwirkend anonym melden, wie ihr Praktikum bezüglich Bezahlung und Arbeitszeit abgelaufen ist. ++++

Die Angaben werden zur Prüfung an die jeweiligen Gebietskrankenkassen weitergeleitet, die bei Vorliegen von Arbeitsverträgen die sozialversicherungsrechtliche Richtigstellung verlangen können. Bald 30.000 Klicks und inzwischen 150 konkrete Meldungen bestätigen den Handlungsbedarf. "Es werden wirklich die unglaublichsten Erlebnisse von Nicht- und Unterbezahlung gemeldet, für eine Reihe von Unternehmen ist es offensichtlich ganz normal, BerufseinsteigerInnen auszubeuten. In vielen Fällen zeichnet sich das schon in den Inseraten ab, in denen ganz unverhohlen hohe Qualifikationen und Flexibilität zum Billigst- oder sogar zum Nulltarif gefordert werden", berichtet Veronika Kronberger, Vorsitzende der "Plattform Generation Praktikum.

"Ausschreibungen lassen Rückschlüsse auf die tatsächlichen Arbeitsbedingungen zu, sind also ein erster Indikator dafür, ob PraktikantInnen angemessen und rechtskonform behandelt werden", bestätigt Karl Proyer, stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp, dass in diesem Kampf um faire Regeln für Praktika und BerufseinsteigerInnen seit kurzer Zeit auch Inserate ganz genau unter die Lupe genommen werden.

"Es ist wirklich abenteuerlich, wie krass das Verhältnis zwischen Leistung und Entlohnung ist, während besonders findige Unternehmen auch noch von einer sogenannten marktüblichen Bezahlung sprechen. Wir haben uns deswegen dazu entschlossen, besonders dreiste Inserate unter www.watchlist-praktikum.at öffentlich zu machen - die Unverfrorenheit, mit denen manche Arbeitgeber glauben, das Arbeitsrecht umgehen zu können, lässt uns ja gar keine andere Wahl", so Proyer weiter.

Ein Praktikum, das sich als verstecktes Arbeitsverhältnis entpuppt, muss selbstverständlich laut Kollektivvertrag oder zumindest laut ortsüblichem Entgelt entlohnt werden.

"An unseren Forderungen hat sich nichts geändert: die Entlohnung von PraktikantInnen muss nach Kollektivvertrag erfolgen, die Lehrinhalte von Praktika müssen in den Hochschullehrplänen definiert werden und wir brauchen eine Beweislastumkehr. Es ist nicht einzusehen, dass immer die PraktikantInnen initiativ werden müssen, um zu beweisen, dass sie nichts gelernt haben - die Arbeitgeber sollen schlicht nachweislich erklären, was sie vermitteln", so Kronberger und Proyer abschließend: "Wir werden uns mit vereinten Kräften so lange für die Rechte von von BerufseinsteigerInnen einsetzen, bis Entlohnung und Arbeitszeit rechtskonform sind - und das beginnt eben schon bei der Formulierung der Inserate!"

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