Mödlhammer über Einlenken der Bildungsministerin erleichtert

"Ministerin hat unsere volle Unterstützung bei sinnvollen Effizienzmaßnahmen"

Wien (OTS/Gemeindebund) - Erleichtert zeigte sich heute, Dienstag, Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer über das Einlenken von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek. "Ich bin froh, dass nun klargestellt wurde, dass keine Kleinschulen geschlossen werden sollen", so Mödlhammer. "Das wäre nicht nur ein fatales Signal für den ländlichen Raum gewesen, sondern hätte auch in der Sache kaum Einsparungen gebracht." Kürzlich hatte die Ministerin angekündigt, kleine Schulstandorte zusammenlegen zu wollen und Mindestgrößen für jeden Standort zu definieren. "Dass Heinisch-Hosek nun einlenkt, ist ihr hoch anzurechnen."

Laut Statistik Austria liege die durchschnittliche Klassenschülerzahl an den öffentlichen Volksschulen derzeit bei 18,3 Schüler/innen pro Klasse. "Das halte ich für einen akzeptablen Wert, der gute Ausbildung ermöglicht", so Mödlhammer. "Dazu kommt, dass viele Experten gerade den mehrstufigen Unterricht, den es an manchen Standorten gibt, als großen Vorteil sehen. Durch die großflächige Schließung von kleineren Standorten würden wir zudem in große logistische Probleme geraten, die Schulwege würden für die Kinder deutlich länger und umständlicher werden."

Volle Unterstützung sicherte Mödlhammer der Ministerin bei der Umsetzung sinnvoller Maßnahmen zur Effizienzsteigerung zu. "Es ist selbstverständlich gut und sinnvoll, wenn mehrere Kleinschulen von einer/einem Direktor/in betreut werden. Es braucht nicht jeder Standort eine eigene Schulleitung. In vielen Bundesländern wird das jetzt schon so gehandhabt, dass Direktorenstellen zusammengefasst werden, wenn das räumlich einigermaßen möglich ist", so Mödlhammer.

Auch in der Schulverwaltung sieht Mödlhammer noch gute Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung. "Die Schulleiter/innen sind teilweise mit bürokratischen Aufgaben belastet, die schwer zu tragen sind. Die Führung der Schulmatriken etwa, das ist ein Anachronismus, der Zeit und Ressourcen kostet. Auch die Tatsache, dass es österreichweit kein einheitliches EDV-System zur Schülerverwaltung gibt, ist ein permanentes Ärgernis", so Mödlhammer. "Wir brauchen an den Schulstandorten keine zusätzlichen Sekretär/innen, sondern eine Durchforstung der vielen sinnlosen bürokratischen Belastungen."

Natürlich, so Mödlhammer, müsse man auch über die Sinnhaftigkeit der Landesschulräte weiter nachdenken. "Ich habe nicht den Eindruck, dass in diesem Bereich in den letzten Jahren substantiell etwas weitergegangen ist. Da wurden zwar kosmetische Änderungen vorgenommen, aber der Personalstand ist vermutlich der gleiche, wie vor einigen Jahren."

"Die Gemeinden als Erhalterinnen der meisten Volks- und Mittelschulen sind aber jederzeit gerne bereit, an Maßnahmen zur Effizienzsteigerung mitzuwirken. Wir werden keine Einladung ausschlagen, uns an entsprechenden Reformgruppen zu beteiligen", so der Gemeindebund-Präsident. Insgesamt erhalten die Gemeinden derzeit fast 4.500 Schulen, darunter rund 3.000 Volksschulen.

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