Grüne zu Verhandlungen bei Fortpflanzungsmedizingesetz bereit

Musiol: Zugang für alleinstehende Frauen und Nachschärfungen zum Kindeswohl notwendig

Wien (OTS) - "Wir haben unsere Änderungswünsche im Gesundheitsausschuss vor Weihnachten eingebracht und warten seitdem auf die angekündigten Verhandlungen. Es ist aus Grüner Sicht an der Zeit, dass alle Familienformen gleichberechtigt behandelt werden. Wir fordern daher, dass auch alleinstehenden Frauen ein Zugang zu medizinisch unterstützter Fortpflanzung gewährt wird. Der Zugang zur Fortpflanzungsmedizin darf weder von der sexuellen Orientierung noch vom Familienstand abhängen", meint die Familiensprecherin der Grünen, Daniela Musiol.

Ein weiteres Manko in der geplanten Novelle ist für die Grünen, dass das Kindeswohl zu wenig berücksichtigt wird. "Wir wollen, dass es einen Rechtsanspruch auf eine psychosoziale Beratung vor der Durchführung einer medizinisch unterstützten Fortpflanzung mit gespendeten Keimzellen geben soll. Die Empfängereltern sollen über mögliche psychosoziale Folgen der Inanspruchnahme sowohl für das Paar als auch für das erwünschte Kind, wie etwa Auswirkungen auf die Identitätsentwicklung, Bindungsprobleme, Beziehungsabbrüche, Probleme in der Pubertät, aufgeklärt werden", sagt Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin der Grünen, und weiter: "Wichtig ist dabei, dass die Beratung unabhängig von den Kinderwunschzentren erfolgt und die Eltern einen Rechtsanspruch darauf haben. Beratung muss kostenlos sein, damit sie auch in Anspruch genommen wird."

Ebenso wichtig ist für die Grünen die Schaffung eines zentralen Registers der Spenderdaten. "Die Durchsetzung des Einsichts- und Auskunftsrechts des Kindes wäre eher sicher gestellt, wenn ein österreichweit zentrales Register der Spenderdaten eingerichtet wird. Zu spät erscheint uns auch das Recht des Kindes erst mit 14 Jahren Auskunft über biologische Elternteile zu erhalten. Für viele Kinder stellt sich die Frage nach der eigenen Identität weit früher. Kinder, die mittels fremder Samen- oder Eizellen gezeugt wurden, sollen daher jederzeit Einsichts- und Auskunftsrecht erhalten", fordert Musiol.

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