Gepanzerte Fahrzeuge schaffen keine Perspektiven

Caritas Präsident Michael Landau: "Gleiche Investitionen in Bildung, Integration und EZA wie in Sicherheit."

Wien (OTS) - "Sicherheitsmaßnahmen sind wichtig, aber mindestens genauso viel Energie und finanzielle Ressourcen müssen in Bildungs-und Integrationspolitik investiert werden. Klar ist: Gepanzerte Fahrzeuge und größere Hubschrauber schaffen noch keine Perspektiven", appelliert Caritas Präsident Michael Landau anlässlich der vom Innenministerium angekündigten Sicherheitsoffensive. Nach den Terroranschlägen von Paris hatte die Bundesregierung verlautbart, einen dreistelligen Millionenbetrag in bessere Ausrüstung für Spezialeinheiten und Polizei investieren zu wollen.

"Die Finanzkrise hat dazu geführt, dass die Kluft zwischen Arm und Reich weiter wächst. Gleichzeitig sind aufgrund des Bürgerkriegs in Syrien und der Krise in der Ukraine so viele Menschen, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr, auf der Flucht. Die Lage in der Ukraine ist ungewiss und die Arbeitslosigkeit in Europa hoch", so Michael Landau. "Gerade jetzt ist es wichtig, die Sorgen und Ängste der Menschen ernst zu nehmen und konkrete Perspektiven zu schaffen - egal ob in Österreich, Europa oder in den ärmsten Ländern der Welt."

Dem Faktor Arbeit kommt eine wichtige Funktion in der Armutsbekämpfung zu: Die Caritas fordert daher Investitionen in den Ausbau niederschwelliger Beschäftigungsprojekte, in Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit sowie die Entlastung des Faktors Arbeit, um mehr Arbeitsplätze zu ermöglichen. "Wer jeden Tag Angst um seinen Platz in der Gesellschaft haben muss, lässt sich eher von Versprechungen radikaler Gruppierungen verleiten. Menschen, die ohne Existenzangst in einem fördernden Umfeld leben, werden sich eher solidarisch und offen Anderen gegenüber verhalten."

In einer umfassenden Reform des Bildungssystems liegt ein weiterer Schlüssel zu einem gelingenden Integrationsprozess hierzulande. "Bildung bietet Perspektiven und ist die beste Armutsprävention. Kein Kind darf zurückgelassen werden, alle müssen auf die Bildungsreise mitgenommen werden", so Michael Landau.

"Bildung ist auch in den ärmsten Ländern der Welt von zentraler Bedeutung, wenn es darum geht, radikalem und fundamentalistischem Gedankengut keinen Nährboden zu bieten. Eine maßgebliche Aufstockung der finanziellen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit ist daher dringend notwendig. Österreich muss seinen Beitrag leisten, die Ungleichheit in der Welt zu reduzieren", fordert der Caritas Präsident. "In einer globalisierten Welt lässt sich Verantwortung nicht abschieben. Internationale Solidarität ist die beste Sicherheitsmaßnahme!"

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