Neues Volksblatt: "Momentaufnahme" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 17. Jänner 2015

Linz (OTS) - In Sachen Medizin gibt es in Oberösterreich derzeit eine etwas paradoxe Situation. Einerseits geht der Aufbau der Mediziner-Ausbildung zügig voran, nach der neuen Fakultät ist jetzt auch die Uniklinik endgültig auf Schiene. Andererseits scheinen die Verhandlungen über die neue Gehaltsregelung für die Spitalsärzte nur langsam vom Fleck zu kommen. Wobei man bisher das Gefühl nicht los wurde, dass der Standesvertretung vorerst an einem raschen Verhandlungsfortschritt nicht sonderlich viel gelegen war. Immerhin, so eine mögliche Überlegung, würde durch das Einhalten der nunmehr geltenden maximalen Wochenarbeitszeit von 48 Stunden in den Krankenhäusern so mancher "Stau" entstehen, und der daraus resultierende Patientenunmut könnte dann die Verhandlungen zugunsten der Ärzte beeinflussen. Dem freilich ist nicht so, die Spitäler haben die Lage organisatorisch sehr gut im Griff. Was mit ein Grund sein könnte, dass scheinbar unverrückbare Standpunkte auf einmal Schnee von gestern sein können - wie sich an der ursprünglich unabdingbaren Ärzte-Forderung nach einer pauschalen Anhebung aller Gehälter zeigt. Mittlerweile redet man schon über differenziertere Modelle und von einem Verhandlungsklima, das zwischen "korrekt" und "gut" eingestuft wird. Und so könnte es wohl doch auf den Befund hinauslaufen, dass die eingangs diagnostizierte paradoxe Situation nur eine Momentaufnahme war.

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