Großkundgebung 2: Es droht ein massiver Ärztemangel

Ärztekammer fordert Anpassung der Gehälter auf internationales Niveau

Wien (OTS) - Dass für die heimische Politik im Bereich des Arbeitszeitgesetzes bezüglich der Vereinbarkeit mit EU-konformen Regelungen dringender Handlungsbedarf bestand, ist seit mehreren Jahren bekannt. Erst der Druck der EU-Kommission hat den Stein letztendlich ins Rollen gebracht. ****

Hermann Leitner, Obmann der Kurie angestellte Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, zeigt sich darüber erbost:
"Für mich ist die verspätete Reaktion verwerflich. Zum einen mussten wir jahrelang eine zu hohe Arbeitsbelastung tolerieren, zum anderen hat man es innerhalb von zehn Jahren nicht geschafft, zeitgerecht Maßnahmen für die nötige Umstellungsphase zu ergreifen. Stattdessen hat man zugelassen, dass Jungärzte, die wir jetzt wegen des vorherrschenden Turnusärztemangels dringend benötigen, in Scharen ins Ausland abwandern."

Für Jungmediziner ist das Lohnniveau ein zu geringer Anreiz, in Österreich zu bleiben. Die Gehälter der Spitalsärzte liegen - noch ohne die Verluste aus der Arbeitszeitreduktion - gemäß internationaler Studien um ungefähr ein Drittel hinter vergleichbaren europäischen Ländern wie beispielsweise Deutschland. "Wir wünschen uns eine Anpassung auf nationale und internationale Maßstäbe sowie ein Grundgehalt auf Basis einer 40-Stunden-Woche", so Leitner. Zudem zeige sich, dass für junge Ärztinnen und Ärzte der Faktor Work-Life-Balance im Vergleich zur älteren Kollegenschaft ein besonders wichtiger ist. "Attraktivere Arbeitszeitmodelle würden dabei helfen, Beruf und Familie besser zu vereinbaren." Nur wenn man die Spitalstätigkeit in Österreich rasch attraktiver gestalte, würde man um einen massiven Ärztemangel umhinkommen, warnt Leitner.

Ärzte zeigen Geschlossenheit

Bei der Großkundgebung der Wiener Ärztekammer Montag, den 19. Januar 2015 um 14.00 Uhr in der Halle E im Museumsquartier erwarten Szekeres und Leitner Hunderte von Wiener Spitalsärzten, die gemeinsam ein Zeichen setzen und für bessere Rahmenbedingungen im Spitalsalltag sowie für eine Anhebung des Grundgehalts kämpfen wollen.

"Unsere Kolleginnen und Kollegen erwarten sich dringend eine Verbesserung der Situation. Bei der Veranstaltung wollen wir den politisch Verantwortlichen die Brisanz vor Augen führen und unsere Forderungen auf breiter Basis diskutieren." Vor Ort sollen gemeinsam ein Forderungskatalog aufgestellt sowie eine Resolution beschlossen werden.

"Wenn unsere Kundgebung die Spitalsverantwortlichen nicht zum Einlenken bewegt, scheuen wir auch nicht vor Kampfmaßnahmen zurück." Der Vorstand der Ärztekammer habe bereits ein entsprechendes Budget bewilligt. Von weiteren öffentlich wirksamen Aktionen bis hin zu Dienstversammlungen sei dabei alles möglich - "natürlich stets unter der Bedachtnahme, dass Patienten nicht zu Schaden kommen", so Szekeres. (pl)

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