Neues Volksblatt: "Zentralismus" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 16. Jänner 2015

Linz (OTS) - Jetzt hat die Schulministerin also einen vermeintlichen Splitter im Auge des anderen entdeckt und hofft damit vom Balken im eigenen Bereich ablenken zu können. Kleinstschulen verursachen hohe Kosten, kritisierte der Rechnungshof, dem trage sie Rechnung. Doch ihr Vorstoß zu den Mindestgrößen bei Schulen zeigt eher Größenwahn denn Reformbereitschaft. Nur zur Verdeutlichung: Die Ministerin sieht eine Hauptschule bzw. Neue Mittelschule mit drei Parallelklassen -also insgesamt zwölf Klassen - als eine Kleinschule (in Oberösterreich wären neun von zehn dieser Pflichtschulen von der Schließung betroffen). Heinisch-Hosek träumt also von Megaschulen, weil "je größer die Schule, umso besser sind die Angebote", argumentiert die Ministerin.
Man mag vielleicht Pädagogik-Experten finden, die diese Analyse mit Studien untermauern, aber vermutlich wird man genauso viele Studien finden, die diese Ansicht widerlegen. Doch eigentlich geht es der Ministerin nicht um die Qualität der Pädagogik. Es geht ihr auch nicht um das Sparen, denn weniger Schulstandorte würden höchstens betroffene Gemeinden entlasten, für das Bundesbudget ist es ein Nullsummenspiel. Ihr eigentliches Ziel: Das System soll zen-tralisiert werden. Nach der Zen-
tralmatura will sie nun also die zentrale Schulstandortverwaltung -mit dieser Idee scheint Heinisch-Hosek zum Glück selbst in der SPÖ alleine zu stehen.

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